Sonntag, 23. November 2008

Schachjournalismus 2008

Am Montag wird bei der Schacholympiade ein auch auf diesem des öfteren angesprochenes Thema, nämlich die Qualität des Schachjournalismus, diskutiert. Unten findet sich die an die in Dresden anwesenden Journalisten gerichtete Ankündigung. Anregungen bitte als Kommentar posten!

Chess journalists networking meeting
on Monday (rest day)

Monday, November 24, 17.00-19.00
Konferenzzimmer 3, IDC, top floor

Dear chess journalist,
Please join us on the rest day for a networking meeting. As chess journalists we have many issues concerning working conditions, sourcing of information and ethical standards. Let´s get together and discuss what we can do to make improvements. Feel free to join whichever session is of interest to you.

17.00-17.45
Chess Journalism in Motion
Macauley Peterson (ICC), Robert Fontaine (Europe Echecs – to be confirmed) and Peter Doggers (Chessvibes) talk about presenting, editing and embedding chess videos

17.45-18.30
Objective Reporters or Promotors of Chess?
Panel discussion with Leontxo Garcia (El Paìs), Ian Rogers (freelance) and Mike Klein (Chess Life), chaired by Stefan Loeffler (freelance)

Coffee, snacks and networking

19.00-20.00
Do We Need a Network? And If Yes, What Kind of Network?
Open floor discussion. Please prepare your suggestions!

Der Weg der Schieber

Remis vor dem 30.Zug ist in Dresden verboten, es sei denn, es kommt zur Stellungswiederholung. Der Neudeutsche Igor Chenkin hat es mit Weiß gegen Polen sehr zum Ärger seiner Mitspieler geschafft, nach gut einem Dutzend Zügen (weil sein Gegner sonst wohlmöglich Kompensation für einen geopferten Bauern bekäme) eine Zugwiederholung anzustreben. Das kam auch deshalb nicht gut, weil Chenkin geschickt manövrierte, um bei fünf seiner bisher sieben Einsätze mit Weiß spielen zu können. Der Hauptleidtragende Jan Gustafsson hätte wohl auch schon einmal nur zu gerne vor dem 30. remis gemacht, nämlich als ihm Morosewitsch dies um den 20.Zug herum tatsächlich anbot - regelwidrig allerdings, so dass Gusti einen Bauern einbüßen konnte und bis zum 101. schwitzen musste, sich aber damit immerhin ein paar Heldenpunkte verdiente.

Eine schnelle Zugwiederholung ist natürlich lange nicht so schlimm wie die geschobenen 2:2, die man von vorletzten und letzten Runden früherer Olympiaden kennt. Die sollten ja nun der Vergangenheit angehören. Aber nun hat ein Freund des australischen Bloggers Shaun Press darauf hingewiesen, wie es doch geht: Beide Mannschaften lassen einfach je zwei Spieler an abwechselnden Brettern zu spät kommen. Dann schreiben die Regeln ein 2:2 vor, und da kann man wirklich gar nichts machen.

Fünfzig, elolos, kann trotzdem spielen

In der indonesischen Mannschaft ist in Dresden am dritten Brett ein Spieler namens Yohannes Simbolon aufgestellt, der keine Elo hat aber ein bemerkenswertes Resultat: Alle Weißpartien gewonnen (auch gegen GM Mitkov), alle Schwarzpartien verloren.

Simbolon ist kein Jungtalent mehr sondern geht wohl auf die fünfzig zu. Vor drei Jahren habe ich in Penang selbst gegen den Indonesier gespielt und mir nicht viel gedacht nach meinem relativ leichten Sieg, nachdem Simbolon kurz nach der Eröffnung auf eine Kombi reingefallen war. Als er tags darauf mit Schwarz einen indischen Großmeister schlug und dabei nicht einmal eine halbe Stunde Bedenkzeit verbrauchte, stieg meine Achtung. Am Ende war er Zweiter vor den Großmeistern. Er dürfte annähernd IM-Stärke haben, wofür auch seine bisherige Olympiadeleistung von 2360 spricht.

Es gibt sie also doch noch, Spieler ohne Elozahl mit beachtlicher Stärke. Nur findet man sie heute nicht mehr in Russland sondern in Südostasien.

Wo steht Russland?

Au backe. Für die russische Edeltruppe sieht es nach der zweiten Klatsche gegen die Ukraine düster aus. Gold ist praktisch nicht mehr drin. Haben Kramnik und Co die Punkte nur falsch verteilt und leiden unter der neuen Mannschaftspunkteregelung? I wo. Nach Brettpunkten stünden sie noch viel, viel weiter hinten, da sähe die Tabelle nämlich so aus (in Klammern die tatsächliche Platzierung der ersten sechs).

1. Armenien (2.), Bulgarien je 25,5
3. Slowakei 25
4. Israel (1.) 24
5. Niederlande, Kanada je 23,5
7. China (4.), Georgien, Iran, Slowenien, USA, Usbekistan, Vietnam alle 23
14. Ägypten, Aserbaidschan, Deutschland, England (5.), Estland, Iran, Kolumbien, Lettland, Serbien (6.), Spanien, Ukraine (3.), Usbekistan alle 22,5
12. Türkei, Ungarn, Weißrussland alle 22
29. Russland u.v.a. 21,5

So gesehen können die Russen, von denen nur Jakowenko in der Elobilanz nicht im Minus ist, noch froh sein, dass für sie mit zwei Siegen zum Abschluss eine kleine Medaille drin ist.

Im Gaprindaschwili-Cup, bei dem die Herren- und Damenplatzierung addiert werden, liegt Russland übrigens nur auf Platz acht.

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