Mittwoch, 26. November 2008

Kleine Eloteambilanz

Das Goldteam Armeniens legt 63 Elopunkte zu. Vietnam, das erfolgreichste Team außerhalb der ersten zwanzig der Setzliste in Dresden, kommt immerhin auf ein Eloplus von 62. Was übrigens bedeutet, dass beide Mannschaften in nur 44 Partien jeweils mehr als sechs Punkte über ihrer Erwartung spielten. Deutschlands A-Team legt kollektiv immerhin 31 Punkte zu (spielt also drei Punkte über Erwartung). Elochampion ist allerdings mit mehr als hundert Punkten Zugewinn Pakistan, was freilich dem höheren Elokoeffizienten (15 und 25 statt 10) geschuldet ist. Am weitesten hinter den Eloerwartungen blieb in Dresden nicht Russland (minus 20) sondern Argentinien (minus 53). Bemerkenswert auch, dass zwei Teams, die in der letzten Runde noch Gold hätten holen können, nämlich die Ukraine (minus 16) und China (minus 9) elomäßig verloren haben.

Meine Olympiadehelden

Gabriel Sargissjan, neun Punkte, höchste Eloperformance aller Teilnehmer, Gold für Armenien, und das nachdem er schon beim Sieg 2006 in Turin wertvollster Spieler im Team war. Mehr muss man nicht sagen.

Gata Kamsky, der am Anfang der Olympiade während der Verhandlungen über sein Kandidatenfinalmatch gegen Topalow nicht recht in Tritt kam, nach deren Abschluss aber voll aufdrehte und insbesondere mit Siegen gegen Swidler und Iwantschuk wesentlich zum Bronzegewinn der Amerikaner beitrug.

Georg Meier, der mit einer Performance von fast 2800 zeigte, dass der von mir früher noch liebevoll "Bundesuwe" genannte Bönsch nicht das bestmögliche A-Team aufgeboten hat (als er einen gewissen Vereinskameraden nominierte trotz dessen fortgeschrittenen Alters und bekannter Mannschaftsundienlichkeit). Immerhin hat Bönsch angekündigt, vorausgesetzt wohl er trägt in zwei Jahren noch diese Verantwortung, Meier nach Chanti-Mansisk mitnehmen.

Abdel Razik Khaled weil er für Ägypten mit 7 aus 7 in Runde zehn gegen Aserbaidschan antrat trotz der wahrscheinlichen und auch eingetretenen Niederlage, die ihn letztlich eine Medaille kostete.

Schiedsrichter Detlef Wickert, der FIDE-Vize Makropoulos und den türkischen Verbandspräsidenten und Olympiade 2012-Organisator Ali Nihat Yacizi wegen zu lauten Redens nach wiederholter Ermahnung des Saales verwies und dafür auf Betreiben der Funktionarios seinen Posten verlor (Schilderung des Vorfalls bei Chessbase).

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Meine verhinderten Olympiadehelden

Wesselin Topalow hat es in der letzten Runde vorgezogen, durch Pausieren den ersten Platz in der nächsten Eloliste festzunageln, statt sich für Bulgariens Abschneiden aufzuopfern und einen letzten Anlauf auf die beste Performance der Olympiade zu unternehmen.

Nigel Short hat weitgehend wie in seinem dritten Frühling gespielt, aber die Olympiade vor allem als Gelegenheit gesehen, seinem jungen Mannschaftskameraden David Howell zu zeigen, wie man jungem Gemüse nachstellt und andere humoristische Einlagen auf wessen Kosten auch immer aufführt.

Pablo San Segundo und Paco Vallejo, die Jakowenko bzw. Swidler in der Schlussrunde ins Remis entwischen ließen oder auch begnadigten, ohne alles versucht zu haben, um Russland noch tiefer als Platz fünf stürzen zu lassen.

Robert von Weizsäcker, der sich auf dem ungewohnten FIDE-Parkett dann doch nicht traute, obwohl er als Präsident des Gastgeberverbands DSB Gelegenheit gehabt hätte, eine mutige Rede für Transparenz und gegen Korruption in der FIDE zu halten, sondern sich auf einige im übrigen auch nicht ganz harmlose Einwürfe beschränkte.

Makros Kosmos

Wo Iljumschinow in Dresden auftauchte, waren die Claqueure nicht weit. Applaus dem Präsidenten, selbst wenn er nur mal die Presse trifft oder in der Vollversammlung ein paar Worte einwirft. Das große Wort zu führen überlässt der Kalmücke allerdings Makropoulos, dem wahren Chef der FIDE. Der fuhr etwa Geurt Gijssen über den Mund, als sich der lang gediente WM-Schiri und Turnierdirektor unzähliger Spitzenwettbewerbe anschickte zu erklären, warum Zero Tolerance für Zuspätkommer vielleicht doch keine gute Idee für die Laws of Chess ist (ein Thema, auf das der Schachblogger noch zurück kommen muss). Diskussionen in der Vollversammlung - wo kommen wir denn da hin? Seit wann ist die FIDE ein demokratischer Verein?

Auch von der neuesten Reform der WM im eigentlich schon laufenden übernächsten Zyklus wusste kaum jemand, bevor sie den Delegierten am Dienstag auf den Tisch geknallt und nahezu ohne Aussprache beschlossen wurde, schließlich sind die Claqueure unter den FIDE-Delegierten in der Mehrheit. Zu kritisieren ist an der neuerlichen Änderung vor allem, dass die bereits laufende Grandprixserie entwertet und damit ein Versprechen an deren Teilnehmer zum Teil gebrochen wird.

Ursprünglich sollte der Herausforderer des nächsten Weltmeisters für 2010 oder 2011 in einem Zweikampf zwischen den Siegern des Grandprix und des nächsten Weltcups, der Ende 2009 stattfinden wird, ermittelt werden. Nun also in einem doppelrundigen Kandidatenturnier mit acht Teilnehmern und einem Mindestpreisfonds von 833 333 Dollar zuzüglich 166 667 Dollar an die FIDE (oder vielleicht auch eine Million zuzüglich 200 000, man kommt ja nicht zum Nachfragen und auf Papier oder der FIDE-Website gibt es dazu nichts). Die acht Plätze verteilen sich auf
- zwei Punktbeste des Grandprix
- zwei Finalisten des Weltcups
-Verlierer des Kandidatenfinals Kamsky-Topalow
-Verlierer des nächsten WM-Kampfes mit Anand
-Elobester, der nicht anderweitig qualifiziert ist
-Spieler nach Wahl des Ausrichters mit Mindestelo 2700

Aber noch einmal zurück zu Makropoulos: Als sich der Grieche mitten im Turniersaal mal wieder sehr hörbar unterhielt, wurde er von einem deutschen Schiedsrichter zurechtgewiesen. Was der sich erlaubte? Wusste er nicht, wen er vor sich hatte? Jedenfalls sorgte Makro postwendend dafür, dass der Mann von seinem Posten entbunden wurde.

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