Montag, 8. Dezember 2008

Ein Blick in die FIDE-Finanzen

Nicht alles ist intransparent in der FIDE. Ein paar Anhaltspunkte, wie der Hase läuft, enthalten die Unterlagen des FIDE-Kongresses kürzlich in Dresden. Fünf Fragen und was die Unterlagen dazu hergeben:

Ist die FIDE finanziell gesund?
Sieht zumindest für den Moment danach aus, wenn man diese Aufstellung sieht. Die FIDE gibt etwa so viel aus wie sie einnimmt. Wobei die Einnahmen von 2006 auf 2007 um 15 Prozent auf 1,43 Millionen Euro gestiegen sind, die Ausgaben allerdings noch stärker um fast dreißig Prozent auf 1,44 Millionen Euro.

Womit füllt die FIDE eigentlich ihr Budget?
Dafür muss man auch in die Erläuterungen zum FIDE-Rechnungsbericht schauen. Zunächst einmal mit Beiträgen der Verbände, die sich an deren Größe richten, sowie Gebühren für die Auswertung von Turnieren. Dann mit einer zwanzigprozentigen Beteiligung am nominellen Preisgeld der WM und des Weltcups, was jährlich 200 000 Euro abwirft. Mehr als 1000 Titel (darunter 95 Großmeister, weiters IM, FM, Frauentitel, Schirititel, Trainertitel, Organisatortitel) hat die FIDE 2007 vergeben, was mehr als 130 000 Euro in die Kassen spülte. Wenn Spieler den Verband wechseln, bittet die FIDE inzwischen ebenfalls zur Kasse, nahm damit im letzten Jahr aber nur 10 000 Euro ein. Auch Startgelder nimmt die FIDE ein, wobei zwei Drittel aus den diversen Jugendweltmeisterschaften kommen. Für mich neu war, dass die FIDE tatsächlich einen Zuschuss vom IOC erhält und zwar in Höhe von 15 000 Euro.

Wofür wird das Geld ausgegeben?
Kommen wir von den Ausgaben für die mittlerweile vier Büros in Athen, Elista, Lausanne und Moskau (in Kürze kommt in Abu Dhabi ein fünftes dazu) und die Angestellten gleich zu den auffälligen Punkten: Fast 50 000 Euro gehen drauf, um Vorstand und einen Teil der Delegierten auf ihren Reisen für die FIDE zu versichern. Einen Unfall von Campo in der Türkei hat die Versicherung aber anscheinend nicht abgedeckt. 43 000 Euro für seine Behandlung hat die FIDE bezahlt. Das WM-Komitee der FIDE hat 2007 anscheinend 92 000 Euro ausgeben dürfen. Für Rechtsstreitigkeiten gingen fast 60 000 Euro drauf. Die Ausgaben für PR und Marketing haben sich versechsfacht auf ebenfalls etwa 60 000 Euro. Die Reisekosten haben sich gegenüber dem Vorjahr fast verfünffacht. Als Einsparung fallen fast 55 000 Euro auf, die noch 2006 für "Triumvirate Stipends bzw. Travel" ausgegeben wurden, wer auch immer diese drei Männer gewesen sind.

Hat die FIDE Reserven?
Fast 1,5 Millionen Euro hat die FIDE per Saldo (also nach Abzug der Verbindlichkeiten) in Reserve, wäre also notfalls in der Lage, ein ausfallendes Grandprixturnier zur Rettung der Serie und damit der Glaubwürdigkeit vor den Spielern und den übrigen Sponsoren zu schultern.

Wer managt die Rücklagen?
Das macht nicht etwa Nigel Freeman, ein Finanzexperte von den Bermuda-Inseln, der im FIDE-Vorstand sitzt, sondern ein alter Bekannter aus der Berliner bzw. Schweizer Schachszene, nämlich Lucas Brunner. Hier sein letzter Bericht, dem zufolge die Finanzkrise die FIDE-Rücklagen etwas, aber relativ wenig getroffen hat. Nur ist das der Stand von August.

Was fehlt im Bild?
Die Geschäfte von Global Chess, dem kommerziellen Ableger, werden nicht offengelegt. Man weiß nur, dass diese Firma zur Hälfte FIDE-Präsident Kirsan Iljumschinow gehört und zur Hälfte dem israelisch-russischen Geschäftsmann David Kaplan. Laut Iljumschinow sollte Kaplan beim Kongress in Dresden auftreten und etwas präsentieren, sein Vortrag wurde aber ohne neuen Termin verschoben. Bessel Kok, der nach seiner Niederlage bei der FIDE-Wahl 2006 von Iljumschinow damit beauftragt wurde, Global Chess anzuschieben, ist nicht mehr involviert.

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