Montag, 19. Januar 2009

Autsch: Noch ein Grandprixturnier geplatzt

Nach Doha in Katar und dem Schweizer Montreux hat nun auch das tschechische Karlsbad sich aus dem FIDE-Grandprix zurückgezogen. Eine bei Chessvibes nachlesbare Erklärung von Bessel Kok und Pavel Matocha (auf der offiziellen Seite ist nicht einmal erwähnt, dass überhaupt Turniere geplatzt sind) nennt den Ausstieg des medienwirksamsten Teilnehmers Carlsen und die Entwertung des Grandprix während des laufenden Wettbewerbs als erste zwei Gründe. Dabei dürfte die Finanzkrise, die den Hauptsponsor böse erwischt hat, den Ausschlag gegeben haben. Einen Ersatzausrichter hat die FIDE mit Jerewan gefunden. Aber gleich noch zwei weitere wird sie wohl nicht aus dem Ärmel schütteln können. Damit steht aber nicht nur die erst im vorigen Jahr lancierte Serie vor dem Aus, sondern auch das von der FIDE in Dresden angekündigte Achterkandidatenturnier wackelt bedenklich, denn ohne Grandprixwertung werden zwei Plätze vakant. Zudem werden die Spieler, die nicht ausgestiegen sind, prüfen, ob sie die FIDE oder zumindest deren mit dem Grandprix betrauten Ableger Global Chess auf Einnahmeausfälle verklagen können. Besonders Aronjan, Radschabow und Wang, die laut Zwischenklassement beste Chancen auf einen der beiden Qualifikationsplätze hatten, trifft es. Damit wäre Global Chess wohl erledigt. Gerade diese Firma sollte eines Tages dafür sorgen, dass nach einer Übergangszeit alles rund um die WM in geordneten Bahnen und fern vom Zugriff der Spitzenfunktionäre läuft.

Die Wahl des Schachblogger für den Schachoscar 2008

Aus Tradition teilt der (im übrigen aus dem Süden ins kalte, aber schon wärmer werdende Wien heimgekehrte) Schachblogger seine Top Ten für die vom russischen Magazin 64 organisierte Schachoscar-Wahl 2008 an dieser Stelle mit. Drei Namen mussten von der Shortlist mangels Platz wieder gestrichen werden. Schwersten Herzens traf es den unermüdlichen Iwantschuk, außerdem den gereift wirkenden deutschen Aufsteiger Naiditsch und Markus Ragger, der 2010 als erster Österreicher die 2600 überschreiten wird (dann ist ja immer noch Gelegenheit, ihn zu nominieren). Schwerer noch als das Weglassen fiel die Entscheidung für die Nummer eins: Der Weltmeister hat zu wenig gespielt, der Weltranglistenerste das erste Halbjahr verpatzt (und seine kampflose Setzung ins Kandidatenfinale macht ihn mir momentan auch nicht sympathischer). Am liebsten hätte der Schachblogger vier zweite Plätze vergeben, aber das geht nicht, also:

1. Lewon Aronjan ist der Kompromiss. Wijk gewonnen, Sotschi gewonnen, zwischendurch seine Elo in einem einzigen Turnier (Sofia) ruiniert, dann Armenien zum Olympiadesieg geführt.

2. Vishy Anand hat nicht nur den WM-Titel souverän verteidigt, sondern auch Linares gewonnen.

3. Wesko Topalow hat das Jahr dank einiger fetter Resultaten (Bilbao, Olympiade) als klare Nummer eins der Weltrangliste abgeschlossen und dank Nanking noch einen fetten Nachschlag offen, der ihn auf ein Karrierehoch von 2809 befördert.

4. Magnus Carlsen. Eh klar, dass er allerspätestens auf Platz vier auftauchen darf.

5. Gabi Sargissjan war bei der Schacholympiade in Dresden der wertvollste Spieler und hat am meisten zur sportlichen Sensation des Schachjahrs, dem erneuten Gold der nur an Nummer neun gesetzten Armenier beigetragen.

6. Jan Gustafsson hat sowohl am Brett als auch in den Medien 2008 einiges geleistet, und es ist unverständlich, wie der Deutsche Schachbund angesichts der intellektuellen Pfunde des Hamburgers immer noch Leichtgewicht Lieschen Pähtz als Aushängeschild vor sich herträgt.

7. Dimitri Jakowenko ist nicht etwa mein Quotenrusse, weil die Wahl von einem russischen Magazin organisiert wird, sondern verdient seine Einstufung als neuer Elozweiter der angeschlagenen, aber in der Breite immer noch führenden Schachnation hinter Morosewitsch aber (allerdings nur einen Punkt) vor Kramnik.

8. Wang Yue, der als erster Chinese in die Top Ten aufgestiegen ist (auch wenn er im Moment wieder knapp draußen ist), kündet vom schachlichen Aufstieg seines Landes.

9. Sergei Movsesian hat dank seiner Zähigkeit und seines trickreichen Spiels und obwohl Häuslebauer und zuhause engagierter Vater dreier Kinder ebenfalls in die offizielle Top Ten und damit auch die des Schachbloggers geschafft (Nachtrag 25.1.: meine Info scheint überholt - bei einer PK in Wijk aan Zee erwähnt Sergei, er sei dort mit seiner Freudin, der russischen Großmeisterin Julia Kotschetkowa)

10. Leinier Dominguez hat 2008 ebenfalls einen Sprung gemacht, außerdem die Blitz-WM gewonnen.

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