Donnerstag, 12. Februar 2009

Eine Übung in Schadensbegrenzung

Dresden war gar nicht das erste Mal, dass Iwantschuk zu einer Dopingkontrolle gebeten wurde. Der Ukrainer hat die Prozedur schon zweimal früher über sich ergehen lassen, wie diesem Bericht von Macauley Peterson zu entnehmen ist.

Ich gönne Iwantschuk seine Begnadigung ja, doch meines Ermessens wäre das ein starker Grund gewesen, ihn für das Abhauen nach der letzten Runde der Schacholympiade nicht straffrei zu lassen. Schließlich bedeutet es, dass Iwantschuk sich weder auf Unwissen noch auf Überraschung berufen konnte, weil er, vorausgesetzt der Schiedsrichter hat normal mit ihm kommuniziert, erkennen konnte, um was es ging.

Es kommt noch besser: Ein Mitglied der Medizinischen Kommission, der deutsche Arzt Hans-Joachim Hofstetter gab gegenüber Peterson überraschend offen zu, dass es bei ihrem Treffen in Wijk aan Zee darum gegangen sei, die richtigen Worte zu finden, damit die Entscheidung, Iwantschuk zu begnadigen, vor der internationalen Dopingagentur WADA bestehen kann.

Man hat aber offenbar nicht anhand der Aussagen von Iwantschuk, dem Schiedsrichter seines Matches und weiterer Augenzeugen rekonstruiert, wie er sich der Dopingprobe entzog. Dann hätte man argumentieren können, dass Iwantschuk außer sich und unansprechbar war.

Die Kommission fand indessen nichts Besseres als offizielle Begründung, als dass Iwantschuk nicht von einem Dopingkontrolleur sondern einem Schiedsrichter zur Urinspende gebeten wurde. Nur war das in Dresden nicht die Ausnahme sondern die Regel. Kein Verweigerer hätte dann bestraft werden dürfen.

Im folgenden stellt Peterson Iwantschuks Begnadigung leider auch noch in den Kontext der Zuschüsse des deutschen Innenministeriums an den Deutschen Schachbund, die an die Einhaltung der nationalen Antidopingregularien - aktuell die Dopingtests bei der Deutschen Meisterschaft in Saarbrücken - gebunden sind. Ausgerechnet dieser Aspekt wird von Chessninja Mig aufgegriffen.

Ich halte es für kompletten Unsinn, dass der DSB auf das Urteil über Iwantschuk Einfluss genommen hat. Um Glaubwürdigkeit der Antidopingpolitik des Schachs vorzuschützen, hätte er schließlich statt einer wachsweichen Ausrede auf eine Sanktion gegen Iwantschuk drängen müssen.

Die FIDE kann von Glück reden, wenn sich diese Übung in Sachen Schadensbegrenzung nicht noch rächt.

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