Freitag, 24. Juli 2009

Schewes Geschichte

Zwanzig Jahre ist es her, seit ich Bernhard Schewe kennenlernte. Die Mauer stand noch, doch die Funktionäre beider deutscher Schachbünde kungelten längst miteinander. Schewe hatte damit nichts zu schaffen. Er wollte beim von ihm organisierten Empor-Open einfach nur ein paar Wessis dabei haben, wie es beim Dresdner Open im August '89 möglich war. Ich habe Dresden gespielt und war in Berlin angemeldet.

Doch im Oktober waren Hunderttausende auf den Straßen. In Leipzig, in Berlin, auf den Straßen über Ungarn und die grüne Grenze in den Westen schon vorher. Die Teilnahme von Westspielern hätte das morsche Regime noch ein klitzekleinwenig weiter unterhöhlen können, also wurde sie kurzfristig verboten. So habe ich das Open in der Hauptstadt der Republik nur als Zuschauer besucht. Den größten Eindruck hinterließ die Begegnung mit Schewe.

Einen Monat danach war die Mauer offen. Schewe wurde Unternehmer, machte in Geldanlagen. Nicht zuletzt, um Geld für Schach aufzutreiben. Er wollte Deutscher Meister werden, scharte die besten Spieler Berlins um sich und holte Schirow und Kramnik. Doch bevor er seinen Traum verwirklichen konnte, ging sein Geschäft den Bach runter. Schließlich zerfiel die Mannschaft. Schewe musste sich wegen Anlagebetrug verantworten und verschwand von der Bildfläche, saß vier Jahre im offenen Vollzug ab. Vor ein paar Jahren habe ich ihn mal zufällig am Flughafen Tegel getroffen. Mehr als Guten Tag, wie geht´s war nicht drin.

Schewes Geschichte ist jetzt endlich aufgeschrieben worden. Überfällig. Von Dirk Poldauf, der Schewes Organisationstalent und fanatischer Schachliebe selbst einige seiner schönsten Schacherlebnisse verdankt. Erschienen ist sie nicht in Schach, wo Poldauf sonst schreibt. Ja nicht einmal auf Deutsch, sondern in niederländischer Übersetzung in der sechsten Ausgabe von Matten. Chessvibes ist hymnisch: Es ist das beste Stück aller sechs bisherigen Ausgaben.

B-Turnier

Das Bieler Festival ist heuer voller Side-events. Fischerschach und Tennis waren schon dran. Chessbase-Seminare sind angekündigt, aber diese Info ist vorerst noch dürftig. Sonntag sind die Schachspieler jedenfalls zum Pokern geladen. Mit 125 Franken (ca. 85 Euro) ist man dabei. Drei Stunden dauert der für Schachverhältnisse teure Spaß.

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