Dienstag, 20. Oktober 2009

Heimvorteil, Heimnachteil

Es war ja abzusehen: Anand muss seinen Titel im April in Sofia verteidigen. Selbst wenn die bulgarische Regierung, die für je Spieler eine Million Euro Preisgeld, an die 600 000 Euro Ausrichtungskosten und 400 000 Euro an die FIDE bürgt, auch Neutralität versprochen hat, sehen viele einen Heimvorteil für Topalow. Warum eigentlich?

Soweit ich weiß hat es sich in der Geschichte der Schachzweikämpfe mindestens so häufig negativ ausgewirkt, wenn man im eigenen Land antrat. Short hätte Kasparow 1993 ohnehin nicht schlagen können, aber sein nervöser Start ruinierte seine Minimalchance gleich zu Beginn und nahm dem Match jede Spannung. Anand selbst gab gegen Kamsky 1994 im indischen Sanghi Nagar einen Zwei-Punkte-Vorsprung weg und verlor noch, weil er sich während des Kampfes nicht den Journalisten, Organisatoren und Zuschauern entziehen konnte.

Topalow wird in Bulgarien mehr denn je unter Druck stehen. Er hat freilich genug Erfahrung, dass es, anders als für Anand vor 15 Jahren, nicht zum matchentscheidenden Ballast werden sollte. Weil sein Manager Silvio Danailow wesentlich dazu beigetragen haben wird, das Regierungsgeld für das Match zu sichern, ist abzusehen, dass er auch in der Organisation eine Rolle spielen wird. Darum wäre es nun ein feiner Zug, wenn die Bulgaren einen Vertrauten Anands an wichtiger (und bezahlter) Stelle in ihr Komitee holen. Die Telefonnummer von Hans-Walter Schmitt sollte kein Geheimnis sein: 0049 6196 22726

Ein Sonntag im Waldviertel, eine Minute vor zehn

Zwei Partien der Auftaktrunde der österreichischen Zweiten Liga Ost wurden kampflos entschieden. Die Spieler waren aber nicht verspätet sondern tatsächlich verhindert und kurzfristig nicht mehr zu ersetzen. Alle anderen saßen pünktlich an den Brettern. Einige Funktionäre werden das als Bestätigung der Sinnhaftigkeit der neuen Regel werten, die bei Rundenbeginn nicht am Brett sitzende Spieler und ihre spielwilligen Gegner zu Verlierern erklärt. Welch ein Unsinn. Welche Unverhältnismäßigkeit.

Vor der Runde am Sonntagmorgen verpasste ich in der Pension knapp eine Mitfahrgelegenheit, so dass ich an dem nasskalten Morgen rasch gehen musste, um sicher kurz vor zehn im Spiellokal zu sein. Obwohl ich beider Ankunft daher noch außer Puste war, ergriff ich, bevor es der Schiedsrichter tun konnte, das Wort. Ich wies alle darauf hin, dass sie bei Verspätungen ihrer Mitspieler frühzeitig den Schiedsrichter ansprechen, damit er den Rundenbeginn herauszögern kann. Dann erinnerte ich daran, dass in Deutschland die Verspätungsregel in den Ligakämpfen zu Fall gebracht wurde, weil sich die Vereine praktisch geschlossen wehrten. Wo ist der Widerstand im österreichischen Schach?

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