Mittwoch, 10. September 2008

Der WM droht ein Imageproblem

Anands Weißschlappe gegen Aronjan in der achten Runde in Bilbao wirft ihn in der virtuellen Weltrangliste auf Rang fünf zurück. Nach Carlsen ziehen auch Topalow, Iwantschuk und Morosewitsch an dem Inder vorbei. Zwar bewegen sich die ersten fünf im Abstand von nicht einmal acht Punkten, doch erst einmal hört es sich gar nicht gut an, dass nicht die beiden unangefochten Führenden der Weltrangliste - so war es noch im Januar - ab 14.Oktober aufeinandertreffen sondern die Nummer fünf und Nummer sechs.

Montag, 8. September 2008

Schach für Hausfrauen

So heißt ins Deutsche übersetzt der Titel des Buches "Schaken voor Huisvrouwen" von Karel van der Weide, das demnächst auf Niederländisch erscheinen wird. An der niederländischen Schachszene dürfte oder vielmehr darf es nicht spurlos vorbeigehen. Der Amsterdamer Großmeister seziert das Verhältnis zwischen Schachspieler und Gesellschaft, Profi und Verbandswesen und bringt Verhaberungen ans Licht. Besonders aber widmet er sich den Frauen und deren Unverständnis für das Spiel, das wiederum dessen Adepten so zu schaffen macht. In der Schachpublizistik wird heute eine falsche Rücksicht auf die Frauen genommen, findet Van der Weide. Um nicht des Sexismus verdächtig zu werden, werde der Wahrheit über Schach und die Frauen kein Platz eingeräumt. Warum ich so viel weiß, obwohl "Schaken voor Huisvrouwen" noch gar nicht erschienen ist? Ich hatte die Ehre, das Manuskript zu lesen und mit wohlgemeinten Anmerkungen zu versehen, so dass Sie sich ein unabhängiges Urteil von mir nicht erwarten dürfen.

Samstag, 6. September 2008

Magnus Numero Uno

Fast hätte ich es nicht gemerkt. Nach Anands gestriger Niederlage gegen Toppy und Carlsen gleichzeitigem Sieg gegen Radschabow ist Magnus in der Eloliste um einen Elopunkt die aktuelle Nummer eins der täglich upgedateten Eloliste, aber die nächste Runde in Bilbao läuft bereits, und da spielt Carlsen mit Schwarz gegen: Anand.

Hier der Kommentar seines Vaters auf dem Magnus-Blog:
I normally follow the live rating but must admit that it was a real (and pleasant) surprise to see Magnus on top of the list yesterday night with 2791! As a proud and probably not objective father I'll leave it to others to bring out the superlatives :-) Okay, it is "only" a live rating, it is "only" in the middle of a tournament, he has "only" a few decimal points lead and there is 4 players within 5 points, but Magnus was off course delighted to enter the live-rating top spot, as #1 ahead of Anand, Morozevich, Topalov and Ivanchuk. Let's just enjoy it while it lasts.

Freitag, 5. September 2008

Der Fluchthelfer packt aus

Wie das eigentlich war 1990, als Bobby Fischer sich fast ein Monat in Deutschland aufhielt, zunächst bei der späteren Frau von Rustem Dautow, dann in der Pulvermühle von Michael Bezolds Vater, bis die Stern-Reporter kamen und schließlich noch einige Wochen in Forchheim bei Hans Niedermaier, der die nächtliche Flucht des Exweltmeisters übernahm und ihn dann beherbergte, berichtet dieser nun selbst in einem anlässlich seines 60.Geburtstags geführten Interview auf der Website des Schachclubs Forchheim. Man darf in dem sehr langen Text ruhig in der Mitte einsteigen, wo es um Bobby geht, und kriegt dann später auch noch eine hübsche Anekdote geliefert, wie der SC Bamberg, der in den Sechzigern und Siebzigern zu den deutschen Spitzenclubs zählte, damit umging, als sich seine Spitzenspieler Lothar Schmid und Helmut Pfleger in die Haare kriegten. Eine kürzere Version dieses Gesprächs hätte jedenfalls verdient gehabt, in Schach abgedruckt zu werden.

Donnerstag, 4. September 2008

Anand ist viel stärker

...als ich, sagte Magnus Carlsen vor einigen Tagen dem Schachkolumnisten der New York Times. Dessen lesenswerter Artikel ist nun online. Aufhänger ist das seit Dienstag laufende Grand Slam Finale in Bilbao, wo wer führt? Natürlich Magnus, der, wenn er Anand um einen Punkt hinter sich lässt, dort die Weltranglistenspitze übernehmen könnte. Sein Schwarzsieg gegen Aronjan (der zu viel wollte) aus Runde eins ist hier kommentiert.

Montag, 1. September 2008

In Würde gealtert

Der TV Tegernsee hat gegenüber "Schach" angekündigt, sich nach der Saison 2008/9 aus der deutschen Schachbundesliga zurückzuziehen. Wenn Horst Leckner demnächst als Sparkassendirektor in Pension geht, wird er sich nicht länger um die Finanzierung kümmern können oder wollen und hat wohl auch wenig Lust, die steigenden Auflagen der Liga wie die Liveübertragung aller Partien zu schultern. Lieber Schluss als Niedergang.

(Ergänzung) Gegenüber Schach sagte Leckner, eigentlich sei die Finanzierung bis 2012 sogar gesichert, aber die Integration der ersten Mannschaft in den Verein sei ihm nicht gelungen. Er sehe die ganze Liga auf einem falschen Weg, wiederholte er auch gegenüber der Ligaseite.

Abgesehen von jungen, aber nicht durchgängig eingesetzten Ausländern, die an den Spitzenbrettern dazu kamen, wie Bu und Wolokitin, ist die Tegernseer Mannschaft seit Jahren stetig zur mittlerweile mit Abstand ältesten Truppe der Liga gealtert. Das Interesse der meisten Spieler hat sich abgenutzt.

Zuschauermagnet waren die Kämpfe am Tegernsee nie. Mit einer Autostunde ist München schon zu weit. Dort ist mit Bayern zwar nun ein zweiter bayrischer Verein im Oberhaus, doch der setzt auf Amateure und hat praktisch keine Chance, sich sportlich zu halten. Eine Rückkehr des alten Kerns der 1995 zurückgezogenen Bayern-Profis von Tegernsee ist damit kein realistisches Szenario.

Vielleicht fände sich noch eine andere Lösung für das Spielrecht der Tegernseer, damit Bayern auf der Landkarte der Liga bleibt,
(Ergänzung) doch das ist mit der Bekanntgabe des Rückzugs der ersten Tegernseer Mannschaft hinfällig. Der Kampf um den Klassenerhalt reduziert sich damit auf die Frage, wen es neben Dresden und Bayern erwischen wird.

Leckner will dem Schach übrigens erhalten bleiben und sich künftig auf Schulschach in der Region konzentrieren. Die Sparkasse widmet ihr Sponsorgeld zu immerhin fünfzig Prozent dem neuen Zweck um. Nicht nur ein nobler Zug, sondern einer, der dem Schach letztlich mehr nützen könnte.

Samstag, 30. August 2008

Glimpflicher Start der Frauen-WM

Wenn fast ein Drittel der Bretter eines Turniers an den ersten Tagen unbesetzt sind, ist das kein gutes Zeichen. Bei der Frauen-WM in Naltschik hätte es noch schlimmer kommen können. Abgesehen von den sechs georgischen Qualifikantinnen sind aber nur fünf weitere Spielerinnen (Krush, Sebag, Zapata, Bosboom-Lanchava und Korbut) nicht nach Karbadino-Balkarien gereist, und die FIDE hat ihre Bretter nicht mit Nachrückerinnen besetzt. Einige, die lange zögerten, wie Socko, Rajlich, Amura und Kachiani-Gersinska, haben sich aber einen Ruck gegeben. Schließlich gibt es für sie keinen größeren Zahltag als bei der mit 240 000 Euro dotierten WM, vor allem, wenn sie die erste Runde überstehen. Mindestens drei weitere Frauen hatten schon vor Festlegung der Paarungen abgesagt, so dass insgesamt ein Viertel der Berechtigten fernblieben statt der üblichen zwei oder drei, die gerade Mütter werden oder sonst etwas Besseres vorhaben.

Die teuersten Schachpartien

Die bemannte Raumfahrt verschlingt zig Milliarden, um nationalen Chauvismus zu befriedigen und die Fantasie. Für die Wissenschaft sind Astronauten überflüssig. Moderne Informations-, Roboter- und Satellitentechnik machen es überflüssig, dass Menschen in den Weltraum geschossen werden. Selbst die anstehende Wartungsmission zum Hubble-Teleskop wäre verzichtbar gewesen, hätte man den ins All schauenden Satelliten von vornherein sorgfältiger geplant.

Weil die Astronauten unterwegs nichts zu tun haben, können sie ständig Interviews geben, um den Nationalstolz derer da unten anzufeuern und die PR-Maschine zu ölen, damit die Milliarden nicht versiegen. Die Zeit reicht offenbar auch noch für das eine oder andere Partiechen Schach und zur Abwechslung mal ein Interview mit einem Schachjournalisten. Wenn man einrechnet, wie viel Astronautenstunden kosten, sind es mit Abstand die teuersten Partien, die je gespielt wurden.

Mittwoch, 27. August 2008

Kamsky in Österreich

Der Kandidatenfinalist gegen Topalow und Vizeweltmeister von 1996 soll in den nächsten Monaten mindestens ein Wochenende in Österreich verbringen. Husek Wien, der designierte nächste Österreichische Meister, hat Gata Kamsky für die kommende Saison unter Vertrag genommen. Nach Nakamura, Najer, Laznicka und Movsesian.

Die Ligarunden finden heuer im Kärntner St. Veit an der Glaan, in Graz und in Ansfelden bei Linz statt. Großer Zuschauerzuspruch ist dort nicht zu erwarten. Es wäre schön, könnte man die Stars von Husek auch einmal dort sehen, wo der Verein zuhause ist. Einen Vorschlag hätte ich.

Wie wäre es mit einer feinen Schachgala zum Saisonausklang? Von Ansfelden sind es maximal zwei Stunden nach Wien. Eine Party mit Meisterfeier und Blitzturnier würden sicher viele Titelträger gerne wahrnehmen, wenn den Großmeistern eine Hotelnacht angeboten würde. Viele werden sowieso via Wien reisen, ob mit dem Flieger oder nur nach Bratislava oder Budapest. Kostenpunkt ein paar Tausend Euro, aber das kostet das Einfliegen eines Kamsky auch.

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