Sonntag, 7. Februar 2010

Ei ei ei Maria!

Null aus sieben hatte die für Erfurt spielende Maria Schöne in der href="http://www.schachbundesliga.de">Schachbundesliga. Dann schlug sie zu. Und wie. Schönes Samba brachte mit Vlastimil Babula einen 300 Elo stärkeren Großmeister zu Boden zum Erfurter 4:4 gegen Werder Bremen (kurioserweise durfte bei Werder der bisher sieglose Llaneza wieder spielen und gewann als einziger!). Werder müsste nach diesem ungeplanten Punktverlust am 27.Februar Baden-Baden schlagen, um im Titelkampf zu bleiben. Erfurt bleibt übrigens Letzter, weil Tegel und Handschuhsheim remisieren.

Freitag, 5. Februar 2010

2010 läuft ja gut an

Der Schachblogger ist aus dem Urlaub (Baby rumtragen, plantschen und mit Tintenfisch füttern auf Lanzarote) zurück. Wijk aan Zee ist auch ohne ihn zufriedenstellend zu Ende gegangen. Die Prognose lag recht gut, nur dass er statt Schirow Karjakin weiter vorne erwartet hatte. Der erwartete Sieger Carlsen (der wie erwartet auch mal wieder verloren hat - eine feine Leistung von Kramnik) hat auf seinem Blog eh zugegeben, wie viel Glück er in der letzten Runde hatte, dass Caruana nicht ihn und Schirow nicht Dominguez fertig machte. Giris fetter Sieg (+33 Elopunkte las ich gerade) in der B-Gruppe freut ihn, wie eifrige Schachblogleser wissen, erst recht. So darf das Schachjahr 2010 gerne weitergehen.

Montag, 25. Januar 2010

Mensch - Computer, war da mal was?

Garri Kasparow hat für das Intellektuellenpflichtblatt New York Review of Books über Computerschach geschrieben. Das "The Chess Master and the Computer" betitelte Stück enthält wenig Neues, ist aber trotzdem lesenswert. IBM wird ausnahmsweise ohne den Verdacht oder gar Vorwurf der Manipulation erwähnt. Aufhänger ist Diego Rasskin-Gutmans bei MIT Press erschienenes Buch "Chess Metaphors". Darüber verliert Kasparow allerdings nur ein paar Sätze und schließt mit Beobachtungen zum Pokern.

Sonntag, 24. Januar 2010

Haragiri

Wijk aan Zee bleibt spannend. Schirows Vorsprung ist fünf Runden vor Schluss auf einen halben Punkt vor Carlsen zusammengeschmolzen. Das Duell der Verfolger Kramnik und Nakamura läuft zur Stunde noch. Die erwartete Enttäuschung ist Anand, der sein achtes Remis gegen den von der gestrigen Carlsen-Klatsche angeschlagenen Iwantschuk bereits quittiert hat. Enttäuschend für die Schachblogger-Prognose, dass Karjakin bisher ebenfalls durchremisiert hat.

Dafür hält Anish Giris Formhoch in der B-Gruppe an. In Runde sieben überzeugte sein Katalanisch gegen L´Ami zwar nicht, und Giri musste am Ende um einen halben Punkt zittern. Aber heute ließ sich David Howell, einer seiner vier Verfolger, auf Grünfeld gegen ihn ein, was wohl gleichzusetzen ist mit Haragiri.

Seinen Lauf erklärt Giri lapidar damit, dass seine Gegner eben Fehler machen. Weil die Niederländer in der A-Gruppe enttäuschen, wird der halbrussische, halbnepalesische 15jährige gerade zur großen niederländischen Schachhoffnung hochgeschrieben. Seinen Platz in der A-Gruppe 2011 soll er bereits in der Tasche haben, berichtet der für das Corusturnier tätige Korrespondent der Volkskrant (Interessenkonflikte also auch dort). Ob Giri den dafür qualifizierenden ersten Platz in der B-Gruppe nach dieser erfreulichen Botschaft einem anderen überlässt, darf bezweifelt werden.

Freitag, 22. Januar 2010

Nobody Expects the Spanish Inquisitor

Fünf Siege in fünf Runden hat Alexei Schirow beim Corus-Festival vorgelegt. Niemand hat es kommen sehen. Oder mit Monty Python gesagt: Nobody expects the Spanish Inquisition. Respektive Inquisitor Schirow.

Stimmt schon, die Siege wurden nicht gegen die härtesten Jungs erzielt. Aber Kramnik, der hier vorab als Mitfavorit genannt wurde, hat gegen fast die gleichen Gegner bisher zwei Punkte weniger. Immerhin hat er in Runde fünf gegen den angeschlagenen Smeets nicht Russisch gespielt sondern Pirc - und relativ leicht gewonnen. Macauley Peterson hat Kramnik übrigens anvertraut, dass er am Tag zuvor am Bücherstand ein Pirc-Buch erworben hat. Der Kauf hat sich bezahlt gemacht.

Carlsen bleibt für den Schachblogger bei acht ausstehenden Runden erster Anwärter auf den Turniersieg, auch wenn er am Donnerstag gegen Nakamura (die beiden und Iwantschuk teilen derzeit Platz zwei) mit knapper Not überlebte.

Wurde hier nicht kürzlich angezweifelt, dass Giri einer der zehn Spieler des Jahres 2009 war? Nun führt der sich rasant verbessernde 15jährige das B-Turnier in Wijk aan Zee klar an. Go, Anish, go!

Samstag, 16. Januar 2010

Wer gewinnt in Wijk aan Zee?

An diesem Samstag beginnt das Corusturnier, und trotz schlechter Zeiten am Stahlmarkt mit vollem Programm, wenn auch einem im Vergleich zu früheren Jahren schwächer, nämlich mit nur vier Top-Ten-Spielern besetzten A-Turnier: Ohne Topalow, der Anand vor der WM im April aus dem Weg geht (umgekehrt geht Anand dem Bulgaren nächsten Monat in Linares aus dem Weg). Leider auch ohne Aronjan. Und ohne den weiter auf hochrangige Einladungen wartenden Vachier-Lagrave.

Wer wird gewinnen? Magnus Carlsen ist nicht nur nach Elo Topfavorit. Die schwächere Besetzung (etwa im Vergleich zu Moskau) kommt dem derzeit volles Risiko gehenden Norweger entgegen. Der Schachblogger erwartet zwar, dass er erstmals seit der Niederlage gegen Kramnik in Dortmund wieder eine Partie verliert, aber am Ende trotzdem vorne ist. Hier wird er während des Turniers wohl täglich bloggen.

Als Carlsens engsten Rivalen um den Turniersieg sieht der Schachblogger Wladimir Kramnik. Der in Paris lebende Russe spielt risikofreudiger und ideenreicher denn je, und das hat sich noch nicht abgenutzt.

Vishy Anand hat das bevorstehende WM-Match im Kopf. Der Schachblogger kann mich nicht erinnern, dass er unter solchen Umständen schon einmal besonders gut gespielt hat. Vom Gefühl her ist auch Wassili Iwantschuk noch psychisch angeschlagen vom Moskauer Blitz und seinem Weltcupdebakel. Zumal seine Nemesis von Chanti-Mansisk, Wesley So, im B-Turnier und damit nur wenige Meter agiert, wird der Ukrainer nicht sein Optimum bringen können.

Aber einen anderen Ukrainer erklärt der Schachblogger zu seinem Geheimtipp. Auch wenn Sergei Karjakin voriges Mal gewonnen hat, ist er von der Papierform klarer Außenseiter. Dass die FIDE seinen Start für Russland bei der gerade beendeten Mannschafts-WM kurzfristig ablehnte, garantiert nicht nur, dass der seit Dienstag 20jährige frisch antritt, sondern wird ihn auch anstacheln, sein Bestes zu zeigen.

Der einzige A-Turnierspieler, der in Bursa antrat und dort ganz schön wirbelte, ist übrigens Hikaru Nakamura. Für eine Platzierung ganz vorne ist der Abstand zwischen den Turníeren einfach zu kurz, aber das eine oder andere Glanzlicht darf man von dem Amerikaner erwarten.

Elofavorit der B-Gruppe ist übrigens der einzige deutsche Teilnehmer der Einladungsturniere, Arkadi Naiditsch.

Jenbach wie gedopt

Wer die Tabelle der österreichischen Bundesliga nach fünf Runden sieht, muss annehmen, dass Jenbach mit bereits drei Mannschaftspunkten und fünf Brettpunkten Vorsprung und einem sensationellen Durchschnittsergebnis von fast 5:1 als hoher Favorit in die Saison gestartet ist. Doch davon kann keine Rede sein. Die Favoriten Baden, Semriach (aka Holz Dohr) und Fürstenfeld liegen ebenso vereint wie abgeschlagen auf Rang zwei.

An diesem Freitag lief es besonders gut für Jenbach. Während man selbst die pro Brett 100 Elo stärkere Dohr-Truppe (mit Georg Meier und Klaus Bischoff) mit 4,5:1,5 vermöbelte, stolperten die ohne den Schachblogger angetretenen Badener gegen dessen Vorsaisonaußenseitertipp Wulkaprodersdorf. Und zwar völlig verdient.

Gesponsert wird die Liveübertragung (weiter geht es Samstag ab 14 und Sonntag ab 10 Uhr) von einem sonst eher mit Leichtathleten werbenden Gemüsesaftproduzenten. Wenn Gyimesi, Schlosser und Co nun noch erklären, dass sie sich mit dem Zeug eingedeckt haben, wäre das die beste Werbung.

Sechs Runden stehen noch aus. Jenbach muss am Schlusswochenende gegen Baden und Fürstenfeld antreten. Da kann noch einiges passieren. Der Schachblogger tippt schon mal, dass Jenbach dann seinen bisher noch gar nicht eingesetzten Spitzenmann bringt: Andrei Wolokitin.

Mittwoch, 13. Januar 2010

Unsportliches Ende? Korrekt wäre die Frage: Warum kämpfen Aseris nicht?

Dank armenischer Schützenhilfe in der vorletzten Runde für die Schutzmacht Russland konnte der Favorit bei der Mannschafts-WM im türkischen Bursa am zwischenzeitlich alleine führenden US-Team vorbeiziehen und hat den Titel heute durch ein 3:1 gegen die schwächelnden Israelis fixgemacht.

In der Schlussrunde trafen die nunmehr zweitplatzierten Amerikaner auf die an drei rangierenden Aseris. Beide rechneten sich wohl keine großen Chancen auf einen russischen Ausrutscher aus. Jedenfalls wurde in diesem "Kampf" wenig riskiert und verdächtig kurz nach dem 30.Zug (vorher sind Remis bei FIDE-Turnieren nur noch durch Zugwiederholung oder mit Einverständnis der Schiedsrichter erlaubt) an allen Brettern remis gegeben, was die eigenen Medaillenplätze gegenüber den selbst ohne Anand überraschend starken Indern abzusichern. Ein Höhepunkt an Sportlichkeit war dieses 2:2 nicht. Die Frage ist nur, war die Schiebung vorher abgesprochen? Den Verdacht speist, dass die Aseris ohne ihre Eloschwergewichte Gaschimow (okay, der spielte unter Form) und Radschabow antraten und Medaillenplätze in Aserbaidschan lukrativ vergütet werden.

Nachtrag: Damit ging Bronze an die ohne Anand überraschend starken Inder und nicht, wie vom Schachblogger fälschlich während der letzten laufenden Partien zusammengereimt an Aserbaidschan).

Sonntag, 10. Januar 2010

Verkalkuliert

Das höchstdotierte Onlineturnier aller Zeiten mit 130 000 Euro in Preisen hatte der spanische Veranstalter Mundial Chess versprochen. Im Oktober sollten die Aussscheidungen stattfinden. Mit 10 000 Anmeldungen bei einem Startgeld von 40 Euro wurde gerechnet. Gut halb so viele hätten zur Kostendeckung gereicht.

Dabei haben sich die Spanier um mehr als nur eine Null vertan. Tatsächlich fanden sich nämlich nicht einmal 200 zahlende Teilnehmer bereit. Die meisten von ihnen dürften schon nicht mehr damit gerechnet haben, dass das Turnier noch stattfindet, und um die Rückerstattung ihres Geldes gefürchtet haben. Nun scheint es mit drei Monaten Verspätung doch loszugehen. Bei allerdings erheblich eingedampftem Preistopf (48 000 Euro angeblich).

Dem Sieger der elohöchsten Gruppe winkt dafür eine Einladung nach Linares und dort während des Superturniers im Februar eine Partie gegen Wesselin Topalow, der von der Mundial-Seite einen entsprechenden Gruß spricht. Seine Stimme wäre allerdings besser aus dem Off gekommen als von dieser Animation: Toppy trägt eine extrahässliche Krawatte, doch statt sie so gut wie möglich zu verbergen, lässt sie der Exweltmeister und Exweltranglistenerste unterm Sakko heraushängen. Igitt.

Nicht zu toppen

Der Deutsche Schachbund, genauer gesagt dessen im normalen Leben unterbeschäftigter Marketingbeauftrafter Ralf Schreiber, hat sich was Neues ausgedacht. Ein Gütesiegel für Vereine. Um sich "Deutscher TOP-Schachverein" zu nennen, braucht es keine besonderen sportlichen Leistungen. Vielmehr ist Papierkram zu erledigen, der selbst einen beflissenen Bürokraten an die zwei Tage kosten dürfte (PDF). Die Argumente, welchen Sinn das macht, sind schwach auf der Brust. Es wäre anders, wenn das Gütesiegel Voraussetzung für öffentliche Förderungen oder durch den Schachbund wäre. Ist es aber nicht. Und wird es als Rohrkrepierer wohl auch nie werden.

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