Montag, 5. April 2010

Smyslows Unglück

Mein Nachruf auf den kürzlich verstorbenen Weltmeister trug wohl den falschen Titel (Smyslows Glück): Als Smyslow nur ein Jahr nach seinem WM-Sieg 1958 den Titel an Botwinnik zurückverlor, dürfte dazu nicht nur eine Lungenentzündung beigetragen haben, sondern auch ein schwerer Schicksalsschlag in seiner Familie: Sein Adoptivsohn Wladimir Selimanow hatte sich zwischen den beiden WM-Kämpfen das Leben genommen. Selimanow war ein starker Juniorenspieler und sowjetischer Teilnehmer der U20-WM, wo er aber gleich zu Beginn gegen Lombardy und Gerusel unterlag und nur Vierter wurde. Das Mobbing nach seiner Rückkehr scheint er nicht ausgehalten zu haben. Diese Geschichte scheint erst durch ein Buch von Isaak und Wladimir Linder öffentlich geworden zu sein, auf das Andy Soltis in der New York Post hinweist.

Sonntag, 4. April 2010

Wächst ein neuer Ray Keene heran?

Hat nun auch die Schachszene ihren Fall Hegemann? Erst 14 Jahre ist Daniel Naroditsky alt und hat gerade sein erstes Schachbuch veröffentlicht. Leider nicht (a la Axolotl Roadkill) Enthüllungen über Drogengebrauch, Sexexzesse und Partieabsprachen im Jugendschach und auch nicht etwa ein leichtfüßiger Stoff, sagen wir eine Sammlung von Schachaufgaben, legt der amerikanische Jungautor vor sondern verspricht Kaufwilligen nicht weniger als "Mastering Positional Chess" (hier der Titel und ein Link zu einer Leseprobe). Dass jede Menge seiner Beispielstellungen samt Einschätzungen geradewegs von anderen, allerdings nicht zitierten Autoren übernommen sind, fiel anscheinend weder den Lektoren seines Verlegers New in Chess noch den Rezensenten auf, wohl aber Lesern einer hymnischen Besprechung auf Chessvibes.

Naroditsky wäre nicht der erste Plagiator im Schach. Diejenigen, die Ray Keenes Arbeit veröffentlichen, ficht dessen unter anderem hier ausführlich aufgedeckte, fortgesetzte, passagenweise wörtliche Abschreiberei offenbar nicht an. Die Parallele geht vermutlich noch weiter. Keene überlässt das Schreiben und Abschreiben weitgehend seinen Knechten. Bei einem 14jährigen liegt der Verdacht nahe, dass er beim Schreiben - vorsichtig ausgedrückt - erhebliche Hilfe hatte. Dass Naroditsky 2007 U12-Weltmeister war (Youtube hat ein TV-Interview nach seiner Rückkehr), aber einigen Gleichaltrigen und Jüngeren inzwischen weit über 100 Elopunkte und um diverse Titelnormen nachhinkt, weckt eher den Verdacht, dass mit dem Buch der schnell welkende Ruhm versilbert werden soll.

Hätte Naroditsky Ambitionen als Spieler, hätte er doch sicher besseres zu tun, als ein 240seitiges Lehrbuch zu schreiben. So etwas rechnet sich eher, wenn er als Schachlehrer etabliert werden soll. Vielleicht schwebt seinem Umfeld für ihn ja eine Karriere a la Josh Waitzkin vor. Den hielt man in den USA übrigens quer durch die großen Medien lange für ein Wunderkind, obwohl er wohl das Gegenteil von einem Talent war, hat er es doch trotz langjähriger Arbeit mit einer Reihe prominenter Trainer nie zum GM gebracht.

Aber nochmal zu Keene, dem der Schachblogger nicht Unrecht tun möchte: Einige seiner frühen Bücher waren sehr gut. Und er hat seine Autorenkarriere ganz sicher nicht als Plagiator begonnen. Um Ray Keene zu werden, müsste Naroditsky ferner ein Interesse an exzellenten Speisen und teurem Wein entwickeln. Im Raum San Francisco, wo er lebt, lassen sich die Buchtantiemen durchaus entsprechend anlegen.

PS: John Donaldson aus San Francisco, der Naroditsky seit Jahren kennt (und einer von dem Keene Länge mal Breite abschrieb oder abschreiben hat lassen), teilt dem Schachblogger mit, er glaube schon, dass der Junge das Buch selbst geschrieben habe. Er sei ein normaler, aber intellektuell weit entwickelter Junge, der im Mechanics Club schon einige Vorträge gehalten habe. Sein Vater, ein ehemaliger Matheprofessor sei jetzt in der Finanzwelt, die Mutter Klavierlehrerin (dass der Sohnemann dazuverdient, sollte die Familie also eigentlich nicht nötig haben, aber wer weiß, die Krise...). Sein Vater und Bruder seien außerdem ebenfalls aktive Schachspieler.

Samstag, 3. April 2010

Hans-Walter Schmitt 58

Der oberste Chesstiger feiert Geburtstag. Wenn er denn Zeit für eine Feier hat in diesen hektischen Wochen. Der Bad Sodener jongliert nämlich mehrere Funktionen. Im Team Anand ist er für Organisatorisches, deutsche Medienkontakte und wohl auch den Computerfuhrpark verantwortlich. Die Chess Classic-Organisation ist heuer umständehalber nicht so aufwändig, weil mehrere Sponsoren ausgefallen sind und das bisher einwöchige Schnellschachfestival heuer auf drei Tage (nämlich 6.-8.August) schrumpft, leider auch auf Kosten des vom Schachblogger gerne empfohlenen Chess960, aka Fischerschach.

Dafür steigt am 9.April der nächste Coup von HWS, nämlich die Eröffnung eines Schachtrainingszentrums (mit eigener Website) in der Bad Sodener Innenstadt. Wo Anand für die WM trainiert hat, können künftig alle Schachliebhaber trainieren. Glückwunsch auch dazu. Für Christian Bosserts Kamera gratuliert der Weltmeister persönlich:
SchmittAnand

Während der WM wird Klaus Bischoff im nagelneuen Chesstigers-Trainingszentrum übrigens die Züge Anands und Topalows erläutern. Schmitt wird dann wohl in Sofia weilen, Daumen drücken, Händchen halten, Fotos schießen und falls es Danailow zu bunt treibt, Gift zurückspritzen.

Freitag, 2. April 2010

Rache für Ivan

In der Zeitschrift Schachwelt juble ich jeden Monat einen Spieler als Aufsteiger hoch und mache einen runter. Absteiger des Monats Februar war bei mir Ivan Sokolov, weil er als Nummer eins der Setzliste in Cappelle-la-Grande nur 85. wurde. Aber kaum war der Redaktionsschluss vorbei, teilte er in Reykjavik auch schon den ersten Platz, und bei der EM hat er wohl auch nicht so übel abgeschnitten.

Dabei hatte ich mir Sokolov ja eigentlich nur vorgeknüpft, um en passent darüber zu schreiben, dass er heuer Direktor des Bosna-Turniers in Sarajewo ist. Nur Wiener halten so was für einen Würstchenwettbewerb. Schachfans sollten wissen, dass hier eine große Schachtradition auf dem Spiel steht. Unter Sokolovs Ägide gibt es heuer kein Rundenturnier (in dem er leztztes Jahr Letzter war, oh je) sondern ein Open, aber ein bärenstarkes mit mehr als 100 0o0 Euro Preisgeld. Ein 2700er hat sich schon angemeldet, Wang Hao, und ein Dutzend 2600er, darunter Naiditsch und Gusti. Sarajewo (wo Sokolov übrigens zumindest vor kurzem noch mit Immobilien handelte) ist eine interessante und lebendige Stadt. Also Empfehlung!

Sonntag, 4. April 2010

Wenn alles über den Jordan geht

Über die Seniorenmannschafts-EM im Februar in Dresden war anscheinend überall nur Gutes zu lesen. Was wohl daran liegt, dass die Berichterstatter Veranstalter Dirk Jordan freundlich oder finanziell verbunden sind. Einem Teilnehmer wurde die allgemeine Lobhudelei zu bunt. Andreas Dückstein, 82, schildert die weniger rosigen Umstände:

"Etwa in der Mitte des Turniers wurde vom Organisationstkomitee eine eilige Mannschaftsführersitzung einberufen, bei der den Teamkapitänen mitgeteilt wurde, dass im Hotel RAMADA, das nicht nur Veranstaltungsort sondern auch Unterkunft für einen Großteil der Mannschaften war, für eine Nacht eine beträchtliche Anzahl an Zimmern nicht mehr zur Verfügung steht. Wie sich herausstellte, war seitens der Hotelleitung von Anbeginn an die Zimmergarantie nur für ein bestimmtes Kontingent gegeben worden, das aber infolge der Rekordteilnehmerzahl um einiges überschritten wurde.

Das Organisationskomitee hatte aber allen interessierten Mannschaften die Zimmerresiervierung bestätigt hatte, so dass es zu dieser „Überbuchung“ kam. Dieser Umstand war den Mannschaften aber bis dahin vom Organisationskomitee verschwiegen worden. Die Hotelleitung stellte das Ultimatum: sollte die erforderliche Zimmeranzahl nicht geräumt werden, würde das Turnier abgebrochen! Durch das Entgegenkommen vieler Spieler (vorübergehende Übersiedlung in ein anderes Hotel bzw. zeitweiser Verzicht auf den Komfort eines Einzelzimmers) konnte ein Eklat vermieden werden.

Aus meiner Sicht ist das Vorgehen des Organisationskomitees skandalös und unentschuldbar, da unter den genannten Umständen für die letzten Runden des Turniers faire Bedingungen nicht mehr gegeben waren. Man kann mit Teilnehmern einer Seniorenveranstaltung nicht wie mit Rucksacktouristen oder wie mit Marionetten umspringen!"

Dückstein wurde zwar selbst nicht genötigt, mit dem Bus ans andere Ende der nicht eben kleinen Stadt zu pendeln, teilt aber mit, dass er nicht der einzige Teilnehmer sei, der beschlossen hat, kein Jordan-Turnier mehr zu spielen - mit Bedauern, denn er und seine Frau schätzen Dresden sehr.

Dem Hotel RAMADA wirft Dückstein vor, dass sich während des Turniers zahlreiche Teilnehmer einen ansteckenden (Noro)-Virus einhandelten, gegen dessen Ausbreitung aber nichts Konstruktives unternommen worden sei: Seinem Eindruck nach erhielten "die Schwerbetroffenen auch nicht in dem Maße Hilfe angeboten, wie es die Situation erfordert hätte."

Russendisko

Ab heute geht in Dagomis am Schwarzen Meer die Post ab. Bei der russischen Mannschaftsmeisterschaft haben fünf Teams (die allesamt auch das Zeug hätten, die Schacholympiade zu gewinnen) Chancen auf den Titel, nämlich

Economist Saratow (Eloschnitt 2704)
Wang Yue, Eljanow, Tomaschewski, Alexejew, Ni Hua, Moisejenko, Roiz, Andreikin

Sankt Petersburg (2700)
Iwantschuk, Swidler, Witjugow, Movsesian, Swjaginzew, Jefimenko, Sakajew, Jemelin

64 Moskau (2700)
Gelfand, Karjakin, Wang Hao, Caruana, Gratschjew, Riasanzew, Najer, Sawtschenko

Ugra Chanti-Mansik (2689)
Grischuk, Jakowenko, Malachow, Rubljewski, Landa, Schugirow, Pridoroschni, Kabanow

Tomsk 400 (2687)
Ponomarjow, Motyljew, Bologan, Kurnosow, Inarkjew, Chismatullin, Timofejew, Amonatow

Der einzige aus dem Westen, der sich hinwagt, ist Caruana. Kein Morosewitsch bei Tomsk dieses Mal. Liveübertragung ab 13 Uhr hier.

Dienstag, 30. März 2010

Durchgezogen

Jenbach hat sich nicht lumpen lassen und die Österreichische Liga zu null und mit am Ende fünf Mannschaftspunkten Vorsprung nach Hause gespielt. Dabei galten die Tiroler vor der Saison nicht einmal als Anwärter. Schlosser und Acs steuerten jeweils fette neun Punkte aus elf Partien bei. Demnächst muss also der nahegelegene Achensee umrundet werden. Der Jenbacher Höhenflug ist die Geschichte, die von der Saison 2009/2010 bleiben wird.

Der designierte Favorit SK Advisory Invest Baden, Gastgeber der viel gelobten Schlussrunden und Verein des (bei der Schlussrunde verhinderten) Schachbloggers, hat am Ende noch einmal aufgedreht und durch einen Sieg gegen den vorzeitig feststehenden Vizemeister Holz Dohr Semriach (mit Georg Meier) wenigstens Bronze geholt. Der Schachzoodirektor hat eine GM-Norm um einen Halben verpasst, eine solche hat der Slowake Maslik trotz Niederlage in der ersten Runde geschafft. Ragger hat durchremisiert und nur einen 2409er geschlagen.

Zu den vor der Saison bekannten Absteigern Pamhagen und Husek Wien gesellt sich, was allerdings auch vorzeitig feststand, Mayerhofen. Sehr aufregend war die Saison also an beiden Enden der Tabelle nicht. Das ist aber sicher keine Folge davon, dass statt der Brettpunkt erstmals die Teampunkte entschieden haben. Die nächste Saison verspricht mehr. Um den Titel dürften sich Jenbach, Baden, Semriach, vielleicht auch Fürstenfeld rangeln. Wenn sich die Aufsteiger alle an zwei Positionen verstärken, wird es auch hinten spannend.

Bewegung tut auch bei der Vermarktung der Liga gut. Einige Anknüpfungspunkte hat die Badener Schlussrunde geliefert. Vielleicht, hoffentlich ist das ein Gesprächsthema des gerade laufenden Heurigenabends, bei dem die Sieger geehrt und ortstypische Spezialitäten konsumiert werden.

Nervenbündel

Raj Tischbierek hat dem Schachblogger mit seinem Bericht von der Deutschen Meisterschaft in der April-Ausgabe von Schach die Illusion genommen, dass das fortgesetzte digitale Mobbing an dieser Stelle dazu maßgeblich beigetragen hätte, Chenkin zu stoppen.

Nach seinem Start mit vier Siegen habe es Chenkin nicht mehr geschafft, sich auf die Partien zu konzentrieren, und sei räuspernd, hustend, prustend,wippend und wackelnd allen, sich selbst wohl inklusive, auf die Nerven gegangen. Hätte Tischbierek nicht selbst mitgespielt, hätte er Chenkin vor lauter Mitleid zum Arzt oder einem Exorzisten geschleift. Ohne das Eingreifen des Schach-Redakteurs aber war Chenkin verdammt, sich durchzuremisieren und von Huschi überholen zu lassen. Der Bundesuwe wird es nun hoffentlich nicht wagen, das Nervenbündel nach Chanti-Mansisk mitzunehmen.

Nachtrag (5.April): In den Kaderlisten des DSB taucht Chenkin übrigens im Gegensatz zu 2009 nicht mehr auf.

Partie auf Leben und Tod

"Remis für Sekunden", der bekannteste Roman des aus Litauen stammenden und heute in Israel lebenden Icchokas Meras und laut Arno Nickel "unbeschreiblich gut", kommt in Moskau auf die Bühne. Klingt beklemmend.

Montag, 29. März 2010

From Russia with Love

Mitte März feierte Asmaiparaschwili in Tiflis mit großem Brimbamborium seinen 50.Geburtstag. Ja genau, der Mann, der durch einen zurückgenommenen Zug Europameister wurde und einst 40 Elopunkte in einem nie gespielten Turnier zulegte. Reichlich Funktionäre, Titelträger und andere Halunken waren auf der Party zugegen. Auch Kasparow beehrte den Georgier, der ihm mehrmals half, Karpow zu schlagen, und verband es mit einer Visite beim georgischen Präsidenten Saakaschwili - beide eint ja der Hass auf die Bande im Kreml.

Dabei ist Kasparow einer, der seinen Hass auch überwinden kann. Auf der Party soll er sich als Unterstützer von Karpow für die FIDE-Präsidentschaft geoutet haben. Ob es seinem Vorgänger als Weltmeister damit allerdings ernst ist, wird von Insidern bezweifelt. Vor vier Jahren zog Karpow eine erklärte, aber nie ernst genommene Kandidatur zurück. Nicht wenige sind überzeugt, dass er sich damals von Iljumschinow kaufen ließ.

Aber jetzt dürfte es anders sein. Vielleicht hat Karpow ja läuten gehört, dass der Kalmücke, nachdem er das Schach 15 Jahre zugrunde richten half, indem er auf ihr persönliches Wohl bedachte Leute wie Makro und Asmai machen ließ, gar nicht mehr so heiß auf eine fünfte Amtszeitist. Oder der Kreml möchte statt einem kleinen Oligarchen einen verdienten Sowjetstar an der Spitze des Schachs sehen. Der Kreml hat mehr zu sagen im heutigen Schach als die meisten wissen: Alexander Schukow, einer von Russlands Vizepräsidenten, führt den Russischen Schachverband. 2006 und 2008 drückte er WM-Kämpfe für Kramnik durch. 2010 entscheidet er, ob Russland Iljumschinow oder Karpow für die FIDE-Präsidentschaft nominiert. Bis Ende Juni ist damit wohl offiziell Zeit.

Der Schachblogger sagt: Wer die russische Nominierung kriegt, wird´s. Er weiß aber auch, dass Kasparows Unterstützung Karpow in Russland nur schaden kann. Das sollte eigentlich auch Kasparow wissen und bis zur Nominierung seinen Mund halten. Es sei denn, er will Karpow durch die Hintertür verhindern.

Sonntag, 28. März 2010

Smyslows Glück

Ein erfülltes Leben zwischen Schach, Musik und Familie ist am Samstag in Moskau zu Ende gegangen. Noch vor kurzem bei relativ guter Gesundheit verbrachte Wassili Smyslow nur seine letzten Tage im Spital und konnte seinen 89.Geburtstag am vorigen Mittwoch, anders als manche Meldungen behaupten, wohl nicht mehr feiern.

Als Spieler profitierte Smyslow davon, dass das Schachleben in der UdSSR während des Kriegs nicht zum Erliegen kam, sondern er in seinen frühen Zwanzigern wertvolle Erfahrungen sammeln konnte. Dass er zwischen 1945 und 1949 noch nicht durchstartete (obwohl er das WM-Turnier 1948 immerhin als Vize beendete), dürfte daran liegen, dass er in diesen Jahren noch mit einer Sängerkarriere liebäugelte und sich erst nach einer Absage des Bolschoi auf Schach konzentrierte.

Mir istwar bisher niemand bekannt, der mit Smyslow in irgendeiner Weise verfeindet war (was MiBu und Haeberlin in ihren Kommentaren schildern, war vor meiner Zeit). Sehr im Unterschied zu Michail Botwinnik, mit dem er sich drei epische WM-Kämpfe lieferte. An deren Ende war Smyslow unterm Strich zwar einen Punkt vorne, hatte den Weltmeistertitel aber nur für ein Jahr. Botwinnik reichte 1954 als Titelverteidiger ein remis, wurde 1957 von Smyslow überzeugend geschlagen, konnte sich aber dank des umstrittenen Revancherechts 1958 den Titel von einem mit einer Lungenentzündung kämpfenden Gegner zurückholen.

Die Ungerechtigkeit des Systems war nicht zu übersehen, und niemand hatte mehr darunter zu leiden als Smyslow. Doch er klagte nicht. Er hatte sich als Weltmeister in die Schachannalen geschrieben, und das genügte ihm. Er braucht seinen Frieden nicht erst noch zu finden.

Jenbach hält das Tempo

In der österreichischen Liga läuft Jenbach weiter stramm auf den Titel zu. Am Samstag erwies sich Baden den Tirolern als zuvorkommender Gastgeber (und nicht nur da: der Festivalcharaker der Veranstaltung, die mit einem Blitz im Casino am Freitag und einer Simultanshow in der Badener Fußgängerzone los ging, stieß auf allerlei Lob - Fotos hier) und ebnet ihnen mit einer 2,5:3,5-Niederlage den weiteren Weg. Drei Mannschaftspunkte und 4,5 Brettpunkte beträgt das Polster der Überraschungsmannschaft dieser Saison nun drei Runden vor Schluss (zur Liveübertragung). Der Durchmarsch soll am Dienstag abend aber noch nicht vorbei sein, verriet Philipp Schlosser dem Schachblog. Eine Fernwanderung ist im Fall des Titels angekündigt, weshalb er neuerdings regelmäßig in den Fitnessclub geht. Alle Achtung, von der lieblichen Kurstadt Baden bei Wien ist es ein weiter Heimweg nach Tirol. Aber ach wo: Für manche Schachspieler ist eine Umrundung des Achensees (ca. 25 Kilometer) schwerer als eine starke Ligasaison hinzulegen.

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