Steigende Beiträge – wofür eigentlich?

In Österreich sind die Schachmitgliedsbeiträge zuletzt stark angehoben worden. Der ÖSB sah keinen anderen Weg, die von der Bundessportorganisation geforderte Eigenmittelquote zu erhöhen, wie der Schachblogger auf Nachfrage von Vizepräsident Robert Zsifkovits erfuhr. Man wollte nicht riskieren, dass die in den letzten Jahren stark gestiegenen Zuwendungen fürs Schach wieder gekürzt werden. Die Erhöhung des an den nationalen und Landesverband abzuführenden Pro-Kopf-Beitrags ist es nicht allein. Mitglieder, die mehreren Vereine angehören, werden nun mehrfach veranschlagt.

Für viele Vereine in Österreich haben sich die Verbandsabgaben damit verdoppelt. Die nötigen Beitragserhöhungen bringen die Mitglieder auf. Vielerorts wird nun die Frage gestellt, was die Vereine und einfachen Mitglieder eigentlich dafür bekommen. Überwiegend verärgerte Reaktionen sind im ÖSB-Forum unter anderem hier nachzulesen. Der Schachblogger hat zwar mitbekommen, dass der ÖSB mehr in Leistungsschach investiert, doch was Amateure von der dickeren Finanzdecke des Verbands haben, erschließt sich ihm nicht. Nicht einmal eine Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben des ÖSB konnte er im Netz entdecken. Er fand nur einen Hinweis, dass diese in der ausschließlich gedruckten und aufgrund ihrer Qualität und Inaktualität nur noch in kleiner Zahl nachgefragten Verbandszeitschrift „Schach aktiv“ veröffentlicht worden sei.

Hier wäre anzusetzen. Warum wird das veraltete Organ nicht in eine zeitgemäße Form gebracht? Zeitgemäß wäre eine wöchentlich erscheinende Onlinezeitschrift über Schach in Österreich, die alle online erreichbaren Mitglieder (das werden deutlich über achtzig Prozent sein) für ihren Verbandsbeitrag erhalten. Jeden Sonntagabend oder spätetens am Montag die wichtigsten Ergebnisse und Partien der Woche. Außerdem sollten darin Funktionäre und vom Verband alimentierte Trainer und Spieler berichten, analysieren und Rechenschaft ablegen. Für die Nicht-Onliner unter den Mitgliedern und die Verkaufsstellen könnte es ja weiterhin eine entgeltpflichtige monatliche Ausgabe mit den wichtigsten Beiträgen der Wochenausgaben geben (vielleicht in lesefreundlicher Großschrift). Damit würden alle aktiven Schachspieler in Österreich nicht nur besser informiert, sondern erführen auch, was mit ihren Beitragsgeldern geschieht. Erheblich teurer als der Unterhalt einer Zeitschrift, die so gut wie keiner liest, würde es nicht kommen.

Was den Wiener Landesverband betrifft, ist nach Jahren der Stagnation Bewegung angesagt. Die Stadt hat eine Immobilie zur Pacht angeboten. Am 5.August ab 16 Uhr lädt der WSV zur öffentlichen Begehung. Es ist in der Meiereistraße und handelt sich um das grüne Containerhaus zwischen Happel-Stadion und der Endstation Stadion der U-Bahnlinie 2.Mit mehr als 400 Quadratmeters ist es sicher nicht zu klein, sondern allenfalls zu groß. Die Lage beim Stadion am Rande des Praters ist nicht optimal, doch immerhin sollen es nur zwei Minuten Fußweg zur U-Bahn sein, von wo es wiederum nur acht U-Bahnminuten in den ersten Bezirk sind. Ob im zweiten Bezirk oder anderswo in Wien: ein festes Haus für das Schach mit Turnieren, Ligaspielen, Vorträgen und Kursen für Anfänger über Amateure bis zum ehrgeizigen Nachwuchs verspricht, das Schachleben in der Hauptstadt anzukurbeln. Und dass zumindest aktive Schachspieler in Wien wissen, wofür ihre Beiträge gut sind.
Permanent_Brain - 3. Aug, 14:25

Ein festes Haus :-)

Der Link zur Verbandshausmeldung funktioniert nicht. Hoffentlich dieser:

http://tinyurl.com/kqjftw

(Richtig ist Meiereistraße, nicht Meierstraße.)

Die einzige Ortsangabe "grünes Containerhaus zwischen Happel-Stadion und U-Bahnlinie 2" steht nicht im Eintrag selbst, nur auf der Titelseite. Gut daß das hier nochmals erwähnt wurde. Es gibt dort offenbar zahlreiche Objekte im näheren Umkreis (und möglicherweise keine Hausnummern?!). Ich kenn mich dort nicht aus.

Die Lage unweit einer U-Bahnstation und eines Einkaufszentrums klingt für mich sogar ideal! Das ist sicherlich eine erfreuliche Nachricht für das Wiener Schachleben.

Ich bleibe aber vorerst trotzdem Hobbyspieler vom Verein der Vereinslosen. :-)

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