Samstag, 10. Oktober 2009

Beste Turnierleistung überhaupt?

Carlsens 3002-Performance in Nanking wirft die Frage auf, wie sich dieses Resultat zu anderen Turnierspitzenleistungen der Schachgeschichte verhält. Nominell ist es vielleicht das beste, besonders wenn man voraussetzt, dass es sich um ein Spitzenturnier handelt (und nicht diverse Einsätze in einer Liga oder bei einer Schacholympiade), aber dabei wäre auch die Eloinflation einzurechnen. Außerdem waren in Nanking nur zwei weitere aktuelle Top-Ten-Spieler im Feld. Und zehn Runden sind nicht so aussagekräftig wie 13 Runden oder mehr. Freilich ist Carlsen nicht zu nehmen, dass unter 20 noch nie eine annähernd so gute Leistung erzielt wurde.

Hier mal eine Liste von Kandidaten, die mir als beste Turnierleistungen einfallen:

Zukertort, London 1883 (22 aus 26)
Lasker, New York 1924 (16 aus 20)
Aljechin, Bled 1931 (20,5 aus 26)
Karpow, Linares 1994 (11 aus 13)
Kasparow, Linares 1999 (10,5 aus 14)
Topalow, San Luis 2005 (10,5 aus 14)
Carlsen, Nanking 2009 (8 aus 10)

Ergänzung am 14.10.:
Gerade zu diesem Posting hätte ich Kommentare erwartet, es gibt aber hier keine. Lustigerweise gibt es dafür bei Chessbase einen Artikel von deren Hausstatistiker Jeff Sonas, in dem er nachzuweisen trachtet, dass Carlsens Performance eine der zwanzig besten bisher überhaupt sei. Bei seinen Berechnungen habe er die Eloinflation herausgerechnet, schreibt der Amerikaner. Carlsens Performance gibt es mit 2850 an und damit 117 Punkte über dem inflationsbereinigten Eloschnitt seiner Gegner von Nanking (2733). Andere 80-Prozent-Ergebnisse liegen in seiner Tabelle aber 217 Elopunkte über dem Gegnerschnitt. Beim Zusammenrechnen hat Sonas offenbar eine eins irgendwo liegen lassen, wodurch Carlsens Leistung knapp fünfzig Punkte hinter dem seine Tabelle anführenden fulminanten Karpow-Sieg 1994 in Linares bleibt, statt korrekterweise gut fünfzig Punkte höher bei 2950.

Das nicht bemerkt zu haben, dürfte vielleicht weniger einer Zahlenblindheit bei Chessbase geschuldet sein als dem Wunsch, einigen ungenannten Websites zu widersprechen, die Carlsens Leistungfrüher als erstaunlich erkannt und überhaupt höher eingeschätzt haben.

Eure Brettpunkte könnt Ihr Euch sonstwohin...

Auf dem Fußballplatz sind die Deutschen effizienter, am Schachbrett sind es die Russen. Saratov reichen 27,5:14,5 Brettpunkte, um mit einem makellosen Mannschaftsergebnis den Europacup (Resultatseite) zu holen. Baden-Baden schafft fette 33:9 Brettpunkte, volle vier mehr als jede andere Mannschaft (wobei die nächstbesten Sammler auch nicht unter die ersten vier kamen), wird aber nach zwei verlorenen Kämpfen (verkackt haben zweimal Bacrot und einmal Naiditsch) nur Fünfter, was vielleicht die Wut erklärt, mit der im Bauch Werder Bremen am Schlusstag mit 5,5:0,5 abgewatscht wurde. Noch pragmatischer als Saratov war übrigens Jerewan als Zweiter mit 24,5:17,5 Brettpunkten. Bei den Armeniern verpasste Aronjan durch eine vermeidbare Niederlage am Schlusstag gegen Mamedscharow einen höheren Elozugewinn als ein, zwei Pünktchen.

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