Mittwoch, 29. Juli 2009

Nullnummer

Die Nullnummer von Jörg Hickls neuer Schachzeitschrift ist im Netz (Achtung: das PDF hat mehr als 10 MB). Das Kalkül: Kommt billiger als gedruckte Probehefte zu verschenken. Wer Gefallen daran findet, soll abonnieren.

Der Schachblogger hat noch nicht reingeschaut. Sein erster Eindruck jedenfalls: Hickl investiert erst einmal in Inhalte.

PS: Hier Kommentare des Schachbloggers zur Nullnummer.

Sonntag, 26. Juli 2009

Treffpunkt Mainz

Im vorletzten Jahrhundert gab es im deutschen Schach eine interessante Tradition. Auf Deutschen Schachkongressen trafen sich alle, denen am Schach lag und sich die Reise leisten konnten. Es gab Turniere, festliche Anlässe, Besprechungen der Funktionäre und meist auch ein Kultur- und Ausflugsprogramm. In den Schacholympiaden lebt dieses Konzept übrigens heute fort. Das trägt wesentlich zu ihrer Attraktivität bei.

Inzwischen tagt der Deutsche (und der Österreichische) Schachbund fernab des Spielgeschehens. Bei manchem Funktionär merkt man denn auch, dass er mit dem Spiel und seinen eigentlichen Protagonisten keinen oder zumindest viel zu wenig Kontakt hat. Warum treffen sich die Amtsträger nicht während der Deutschen (oder seit Samstag laufenden Österreichischen) Einzelmeisterschaft oder zumindest bei der Deutschen Mannschaftsblitzmeisterschaft oder, noch besser, beim Chess Classic in Mainz, das von Montag bis Sonntag läuft? Fürchten sie das Aufeinandertreffen mit Spielern, die ihren Ärger mit manchen Verbandsentscheidungen wohl nicht immer diplomatisch ausdrücken würden?

Überhaupt: warum wird der beste (und relativ zentral gelegene) Treffpunkt, den das deutsche Schachleben zu bieten hat, nicht stärker genutzt? Die Schachbundesliga könnte in Mainz ihre jährlichen Sitzungen abhalten (man trifft sich aber lieber im Juni). Schachmagazine könnten ihre Mitarbeiter versammeln. Oder sich ihren Lesern stellen. Andere nicht regional gebundene Schacharbeitsgruppen könnten Mainz als Treffpunkt nutzen. Etwa Schachsammler oder Schachlehrer. Warum nicht Seminare am Rand der Veranstaltung? Nebenräume stehen in der Mainzer Rheinhalle und im angrenzenden Hilton Hotel wahrscheinlich ausreichend zur Verfügung (freilich nicht unentgeltlich). Einen besseren schachsportlichen Rahmen kann ich mir in Deutschland nicht vorstellen.

Freitag, 24. Juli 2009

Schewes Geschichte

Zwanzig Jahre ist es her, seit ich Bernhard Schewe kennenlernte. Die Mauer stand noch, doch die Funktionäre beider deutscher Schachbünde kungelten längst miteinander. Schewe hatte damit nichts zu schaffen. Er wollte beim von ihm organisierten Empor-Open einfach nur ein paar Wessis dabei haben, wie es beim Dresdner Open im August '89 möglich war. Ich habe Dresden gespielt und war in Berlin angemeldet.

Doch im Oktober waren Hunderttausende auf den Straßen. In Leipzig, in Berlin, auf den Straßen über Ungarn und die grüne Grenze in den Westen schon vorher. Die Teilnahme von Westspielern hätte das morsche Regime noch ein klitzekleinwenig weiter unterhöhlen können, also wurde sie kurzfristig verboten. So habe ich das Open in der Hauptstadt der Republik nur als Zuschauer besucht. Den größten Eindruck hinterließ die Begegnung mit Schewe.

Einen Monat danach war die Mauer offen. Schewe wurde Unternehmer, machte in Geldanlagen. Nicht zuletzt, um Geld für Schach aufzutreiben. Er wollte Deutscher Meister werden, scharte die besten Spieler Berlins um sich und holte Schirow und Kramnik. Doch bevor er seinen Traum verwirklichen konnte, ging sein Geschäft den Bach runter. Schließlich zerfiel die Mannschaft. Schewe musste sich wegen Anlagebetrug verantworten und verschwand von der Bildfläche, saß vier Jahre im offenen Vollzug ab. Vor ein paar Jahren habe ich ihn mal zufällig am Flughafen Tegel getroffen. Mehr als Guten Tag, wie geht´s war nicht drin.

Schewes Geschichte ist jetzt endlich aufgeschrieben worden. Überfällig. Von Dirk Poldauf, der Schewes Organisationstalent und fanatischer Schachliebe selbst einige seiner schönsten Schacherlebnisse verdankt. Erschienen ist sie nicht in Schach, wo Poldauf sonst schreibt. Ja nicht einmal auf Deutsch, sondern in niederländischer Übersetzung in der sechsten Ausgabe von Matten. Chessvibes ist hymnisch: Es ist das beste Stück aller sechs bisherigen Ausgaben.

B-Turnier

Das Bieler Festival ist heuer voller Side-events. Fischerschach und Tennis waren schon dran. Chessbase-Seminare sind angekündigt, aber diese Info ist vorerst noch dürftig. Sonntag sind die Schachspieler jedenfalls zum Pokern geladen. Mit 125 Franken (ca. 85 Euro) ist man dabei. Drei Stunden dauert der für Schachverhältnisse teure Spaß.

Donnerstag, 23. Juli 2009

Miss Verständnis

Im Internet soll mal wieder die schönste Schachspielerin gewählt werden (die Mängel der Vorauswahl sollen andere kritisieren), und ausgerechnet die Frauenlosenversteherwebsite ignoriert es. Fürchtet Hamburg etwa um die Bildhoheit?

PS: Das Thema zieht. Im Forum Schachfeld wird eifrig diskutiert anhand eines Aufrufs, Lieschen Pähtz zu wählen.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Little Slam

Das Grand-Slam-Finale in Bilbao schrumpft weiter. Nachdem gegenüber 2008 schon von sechs auf vier Teilnehmer gekürzt wurde (die Sieger von Sofia, Wijk aan Zee, Nanking und Linares, also Schirow, Karjakin, Topalow und Grischtschuk), ist nun auch der Spielplan reduziert worden. Das geplante Finale zwischen den Erstplatzierten und das Match um Platz drei sind ersatzlos gestrichen. Bleibt ein doppelrundiges Viererturnier von 6. bis 12.September im Glaskasten auf der Plaza Nueva. Die Gründe liegen außerhalb des Einflusses der Organisation, mehr ist der Mitteilung von Sprecherin Pilar Molina nicht zu entnehmen. Ob es an Sponsoren mangelt oder die Plaza Nueva anderweitig verplant ist - jedenfalls wird das Finale in dieser Form mit nur zwölf Partien und ohne Anand und Aronjan schwerlich ein schachlicher Höhepunkt des Jahres 2009.

Sonntag, 19. Juli 2009

Sometimes it snows in July

Schach auf der Alm stellte ich mir bisher so vor: Bei strahlender Sonne und Fernblick unter Sonnenschirmen gemütlich ein paar Partien spielen. Wenn es was zu gewinnen gibt, um so besser.

Auf der Schönbergalm, der auf etwa 1350 Höhenmeter gelegenen Mittelstation am oberösterreichischen, zum Dachsteinmassiv gehörenden Krippenstein und Ausstiegspunkt zu den bekannten Dachsteinhöhlen, ging es am Samstag anders zur Sache. Fast 6000 Euro Preisgeld waren geboten. Dabei war nicht einmal Startgeld zu entrichten, sondern nur ein sogar leicht ermäßigter Preis für eine Berg- und Talfahrt (14,80 Euro). Für Begleitpersonen winkten Gratiskarten für Höhenführungen. Gespielt wurde nicht auf der Alm sondern in der Großgaststätte. Platz für mehr als 200 Spieler war vorgesehen. Angesichts des winterlichen Wetters immer noch beachtlich, dass mehr als 100 kamen. Sogar eine Liveübertragung der ersten vier Bretter gab es.

Während Runde zwei bis vier schneite es draußen fette Flocken, vom Dach gingen in kurzen Abständen kleine Schneelawinen runter. Und das Mitte Juli. Das Preisgeld zog natürlich die Profis an. Auf dem Weg vom Obertrauner Bahnhof zur Talstation sausten Autos mit kroatischen und ungarischen Kennzeichen an mir vorbei. Je sieben GM und IM waren es. Bei nur sechs Preisen in der offenen Kategorie. Bis kurz vor Ende der siebten Runde lag ich selbst gut auf Kurs, bevor ich gegen Marcelin mit zwei Mehrbauern einen Springer einstellte, worauf nur noch Frust und Selbstmitleid folgten. Besser hätte ich mich nach der Partie gleich abgemeldet und mich auf einer Höhlenführung verkrochen. 1500 Euro Hauptpreis gingen an den besonders weit angereisten Rumänen Istratescu vor dem Kroaten Kozul (Tabelle).

Feine Sache (trotz meines spielerischen Kälteeinbruchs). Ansonsten kenne ich in Österreich kein offenes Schnell- oder Blitzturnier mit auch nur mehr als 200 Euro für den Ersten und damit auch wenig Chancen, gegen starke Gegner anzutreten. Auch wenn sich der Preisfonds beim Welterbe Dachstein-Turnier gegenüber dem Vorjahr anders als im Vorjahr und heuer kaum noch einmal verdoppelt, ist zu hoffen, dass die Veranstaltung auch 2010 steigt. Vielleicht scheint dann (mir) auch die Sonne.

Donnerstag, 16. Juli 2009

Eine Schachstadt mit Vergangenheit

"Schachmetropole Wien" heißt das Thema der gerade erschienenen Ausgabe von Karl. Wie dem Inhaltsverzeichnis leicht zu entnehmen ist, geht es nicht um die Gegenwart sondern die Geschichte. Der einzige aktuelle Wien-Aspekt, wenn man so will, ist ein Porträt des Wiener Schachhistorikers und -händlers (und KARL-Mitarbeiters) Michael Ehn - bei dem das Heft in Wien wohl auch am leichtesten zu beziehen ist. Oder per E-Mail an einzelheft@karlonline.org.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Nicht nur Chessbase hat einen Anwalt

Am Sonntag erschien ein Stück von Edward Winter auf der englischsprachigen Chessbase-Seite. Dieses Mal nahm er sich Übertreibungen vor, mit denen Schachautoren für ihre Bücher warben. Einige Stunden später war der Artikel offline, dann erschien er wieder, doch die wahrscheinlich spannendste Passage fehlt nun.

In der entfernten Passage ging es laut Beobachtern um Zsuzsa Polgar und das Aufblustern ihrer Schachkarriere. Die Streichung ist nicht kenntlich gemacht. Nun wird vermutet, dass Polgar und ihr Mann Paul Truong Chessbase mit einer Klage drohten, vielleicht sogar direkt ihren Anwalt einschalteten.

Ihren Anwalt braucht Zsuzsa Polgar seit einiger Zeit in solchen Fragen. Momentan führt sie eine Kampagne zur Abwahl der gegenwärtigen Führung des US-Schachverbands, dem sie Misswirtschaft und Korruption vorwirft.

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