Montag, 8. Juni 2009

Ein Warnsignal aus China

Ein bislang Unbekannter ist Chinesischer Meister. Ding Liren heißt er, ist 16 Jahre alt und man wird sicher noch viel von ihm hören. Momentan weiß man aber vor allem, wie er die letzte Runde, vor der er in Lauerstellung auf Rang zwei lag, gewann, nämlich kampflos weil sein Gegner Zhou Jiangchao nicht pünktlich am Brett saß. Eigentlich soll diese absurde FIDE-Regel erst ab 1.Juli gelten, wo es nicht durch Ausschreibung anders geregelt wird. Doch in China will man der Zeit eben voraus sein. Dumm halt, dass diese Regel ein Geschenk für alle ist, die Punkte verschieben wollen. Bus verpasst, zwei Minuten zu spät, sorry, kann doch jedem mal passieren. Dieser böse Verdacht schwebt nun natürlich auch über Dings Schwarzsieg gegen einen nominell deutlich Stärkeren. Auf den Führenden Wang Hao hatte der volle Punkt seines Verfolgers jedenfalls beachtliche Wirkung. Um Meister zu werden, musste Wang nun selbst gewinnen und überzog seine Stellung.

Funktionäre, lasst dieses Warnsignal nicht unbeachtet. Benutzt Euren Verstand, so lange sich die Zahl der Opfer in Grenzen hält. Wo es wirklich so wichtig sein sollte, dass die Spieler bei der offiziellen Beginnzeit am Brett sitzen, tut es bei Einladungsturnieren ein Abzug vom Starthonorar, bei Opens ein Abzug vom Preisgeld und bei Mannschaftsturnieren ein Bußgeld. Sofortiges Nullen bestraft dagegen nicht nur den, der zu spät kommt, sondern auch seinen Gegner, der umsonst gekommen ist und keine Partie kriegt oder sogar wie Ding unter Manipulationsverdacht steht. Und es bestraft die Zuschauer, die zumindest auf diese Partie nun verzichten müssen.

Mit Lasker nach Alaska

Vor einiger Zeit lamentierte ich hier im Blog und in der Zeitschrift Schach über die miese Übersetzung und Lektorierung von Romanen, sobald Schach im Spiel ist. Gerade erst habe ich entdeckt, dass Michael Chabons "Die Vereinigung jiddischer Polizisten" auf Deutsch vorliegt und das schon seit über einem Jahr und anscheinend kein grober Unfug, sobald es um Schach geht, darin beanstandet wird. Chabons ungewöhnlicher Krimi basiert auf einer 1939 von Emanuel Lasker im US-Exil publizierten Idee, den in Europa bedrohten Juden Aufnahme in Alaska zu gewähren. Ob er da auch wegen seines Names drauf kam: Lasker, Laska, Alaska? Emanuel Lasker kommt jedenfalls namentlich in Chabons Buch vor. Und noch besser: Die Coen-Brüder (Fargo, No Country for Old Men) haben angeblich die Filmrechte erworben, wie ich auf der auch sonst schon grundsätzlich empfehlenswerten Kingpin-Seite erfahren habe.

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