Zensiert von Chessbase

Einer der Sysops (was für System Operator steht und auf Aufseher hinausläuft) auf dem von Chessbase betriebenen Fritz-Server hat es zu Berühmtheit gebracht. Holger Lieske heißt er und soll angeblich an manchen Tagen zwanzig Stunden und länger online sein. Bekannt wurde er durch die Strenge, mit der er abstraft, wer im Chat ein falsches Wort fallen lässt. Dass persönliche Beleidigungen im Chat nichts zu suchen haben, ist klar und nicht das Thema hier. Doch auch wer Chessbaseprodukte kritisiert oder das derzeit führende Schachprogramm Rybka erwähnt, muss damit rechnen, in seinem erspielten Rang herabgestuft oder gleich ganz ausgeschlossen zu werden. Das berichten eine Reihe von Mitgliedern des Fritz-Servers im Diskussionsforum Schachfeld.

Mehrere Hundert Beiträge zum Thema "Holger Lieske - der Tyrann von Chessbase" (mittlerweile geändert in - "der Sysop von Chessbase") haben sich dort angesammelt (und die Zahl der Forumsbeiträge einiger Diskutanten belegt, dass Lieske nicht der einzige ist, dem neben seinem Onlineschachleben wenig Zeit für anderes bleibt). Dann hat Chessbase einen Anwalt eingeschaltet, der in einem Brief an den Betreiber des Forums mit einer Verleumdungsklage droht. Einzelne, die sich von Lieskes Walten geschädigt fühlen, drohen ihrerseits Chessbase mit rechtlichen Schritten. Schließlich haben sie für die Fritz-Software, die einen in der Regel befristeten Zugang zum Server ermöglicht, gutes Geld hingelegt.

Ob Chessbase einzelnen Kunden, die von ihrem berüchtigsten Sys-Op ausgeschlossen wurden, Anschaffungskosten ersetzt hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Geschäftsführung des Hamburger Softwarehauses hat meine seit 3.August vorliegenden Fragen, welche Konsequenzen aus der Affäre gezogen werden, nicht beantwortet. Am spannendsten ist freilich, wie der Marktführer dem auf Schachfeld vielfach geäußerten Vorwurf begegnet, kritische Anmerkungen zu seinen Produkten zu zensieren. Der Forumsteilnehmer Michael Bechmann beschreibt, wie er von einem Chessbasemitarbeiter (nicht Lieske) genötigt wurde, eine von ihm verfasste Rezension des Programms Fritz auf Amazon zu entschärfen, wenn er weiterhin auf dem Fritz-Server spielen wolle (PS: es war noch komplizierter, wie in einem Kommentar von Michael Bechmann nachzulesen ist).

Es ist nicht das erste Mal, dass der Marktführer seine Macht nutzt, um kritische Stimmen zu unterdrücken. Vor gut einem halben Jahr wurde es Lars Bremer (Einfügung: zunächst) unmöglich gemacht, einen Artikel über den Betrug im Onlineschach (auf seiner Website nachzulesen) und warum er sich eben nicht so leicht enttarnen lasse, wie Chessbase vorgibt, auf der Fachwebsite Computerschach & Spiele, deren Redakteur er ist, zu veröffentlichen. Das hatte sein Gutes, denn so brachte Lars Bremer einen Artikel zum gleichen Thema in die Zeitschrift Schach unter, wo er ein breiteres Publikum fand.

Auch Deutschlands fleißigster Schachblogger, Olaf Teschke, ist Chessbase ein Dorn im Auge. Der Berliner lässt auf Rankzero kaum eine Chance verstreichen, auf die Firma einzuprügeln. Dass Rankzero nicht nur auf der Firmenseite sondern auch auf einigen weiteren deutschen Schachseiten nie oder zumindest nicht mehr verlinkt wird, ist nur mit dem Einfluss des Marktführers zu erklären.

Chessbase hat bisher (meines Wissens) nicht öffentlich Stellung zu den Vorwürfen genommen. Zensur nötig sollte der Marktführer nicht haben. Schon weil es ein schales Licht auf die redaktionelle Linie der eigenen Website wirft.
Permanent_Brain - 15. Aug, 02:48

Stirnrunzeln

Verschiedene User machen verschiedene stets subjektive Erfahrungen, die möglicherweise nicht immer allgemeingültig sind. Ich zum Beispiel habe schon viel Zeit auf Schach.de verbracht, kenne auch flüchtig den hier angesprochenen Sysop, aber kann das hier gezeichnete extreme Bild nicht bestätigen.

Rybka zu erwähnen, ist völlig normal, wird z.B. dauernd beim GM-Kibitzen gemacht, und von negativen Folgen kann keine Rede sein. Wenn es einmal solche Folgen wie hier beschrieben gab, muß das einen anderen Grund gehabt haben (ich kann mir einen theoretisch vorstellen, aber derselbe würde dann bei Fritz auch gelten).

ChessBase selbst erwähnt nicht nur Rybka in Berichten, z.B. über die Freestyleturniere, sondern sogar für Partieanalysen. Man sehe und staune:

http://www.chessbase.com/espanola/games/2007/CopaMercosur2007_PocketFritz3_vs_Fernandez_R8.htm

(Hiarcs 11 UCI ist übrigens auch kein CB.-Produkt, also hier wird den Mitbewerbern sozusagen die Referenz erwiesen :-) )

Also, dieses gern erzählte Märchen von wegen "Rybka Verschweigen" entbehrt jeder Grundlage. Übrigens besteht beste Synergie zwischen Fritz und Rybka, die ja bis dato noch ohne eigene Oberfläche verkauft wird. Das Rybka-Buch gibt es exklusiv im CTG-Format von Fritz. So schaut die Realität jenseits von Verschwörungstheorien wirklich aus.

Eine konkrete Korrektur: Der oben erwähnte Artikel von Lars Bremer ist bei CSS erschienen und ist online.

Kurze Abschweifung; m.E. kann dieser Artikel unfreiwilligerweise sogar nützlich für ChessBase sein, denn er skizziert eine Art mächtiger Serverüberwachung, die nur mit umständlichen Hackertricks auf Geheimdienstniveau auszutricksen ist. Vielleicht haben sich die "Wogen" deshalb später geglättet, falls aufgefallen ist, daß der weitaus effektivste Cheatertrick darin gar nicht vorkommt. Der ist nämlich so simpel, daß er einen technisch denkenden Menschen schon unterbewußt nicht interessiert und vielleicht deswegen gar nicht einfällt. :-)

Langer Rede kurzer Sinn, der "Zensiert"-Eintrag ist leider sehr einseitig und schlecht gegengeprüft.

(Wohlgemerkt, es gibt schon hin und wieder Punkte bei ChessBase-Produkten die zu kritisieren sind und das habe ich auch schon getan, aber anders.)

Mibechmann - 15. Aug, 08:44

>"Verschiedene User machen verschiedene stets subjektive Erfahrungen, die möglicherweise nicht immer allgemeingültig sind."

Eben, deswegen ist das nächste Zitat unsachlich:

>"Also, dieses gern erzählte Märchen von wegen "Rybka Verschweigen" entbehrt jeder Grundlage."

Meine subjektive Erfahrung ist eben anders.
Krennwurzn - 15. Aug, 09:31

Andere Wahrnehmung als Permanent Brain

Gestern, am 14.8.2007 war ich Zeuge nachstehenden Chats - den Namen des Users habe ich geändert.

USER1 (General): schaut her.. ich wurde gerate automatisch ausgeloggt und mein nick
(USER1_1) wurde unwideruflich gelöscht ... es war übrigens ein bezahlter 29 euro account
Holger_Lieske (General): USER1: du wirst mich hier nicht zum Diskussionsthema machen
Permanent_Brain - 15. Aug, 10:12

@MiBechmann

IST Deine subjektive Erfahrung anders, oder WAR sie anders? Ich meine, Du hast doch jetzt die Information daß ChessBase Rykba in Berichten erwähnt und sogar Rybka-Analysen veröffentlicht. Davon kannst Du Dich auch ganz leicht selbst überzeugen. Es ist eine objektive Tatsache und nicht nur eine subjektive Erfahrung.
Krennwurzn - 15. Aug, 10:43

Selbsterfahrung Permanent_Brain

Einfach mal auf schach.de einloggen und Dich im Generalchat über die Vorteile von Rybka unterhalten. Vielleicht das Thema Wettkampf Fritz-Junior anschneiden und eine Prognose für einen Wettkampf Rybka-Fritz abgeben oder den offenen Brief von Railich an die FIDE ansprechen ...

Keine Theorie der Welt kann das praktische Experiment der Selbsterfahrung jemals ersetzen ;-)
dr.strangelove - 18. Aug, 11:21

Zu der Erwähnungshäufigkeit:

1. Es ist richtig, dass ab und zu auch Rybka in chessbase-Nachrichten auftaucht. Allerdings bemerkenswert selten und vor allem dann, wenn es gar nicht anders geht - etwa zur letzten Computer-WM (wobei auf den Bildern der Weltmeister auch nicht gerade zahlreich vertreten war) oder, ausführlicher, in Arno Nickels Freestyle-Berichten (der typischerweise aber eher "externer Beitrag" war).

Mir ist die Diskrepanz gerade wieder aktuell bei den ausführlichen Berichten von den Mainzer Chess Classics aufgefallen - vielleicht habe ich etwas übersehen, aber m.W. wurde Rybkas 960-Turniersieg mit Schweigen übergangen [Nachtrag: Inzwischen gibt es einen Bericht "Viele Sieger in Mainz", in dem Rybka vorkommt.]

2. Es ist deutlich zu trennen zwischen chessbase.com und chessbase.de, was wohl auch auf personelle Unterschiede in der Redaktion zurückzuführen ist. Zwar werden "aus Synergiegründen" inzwischen eine Reihe von Artikeln einfach schnell übersetzt und kopiert, aber insgesamt scheint die journalistische Ethik im englischsprachigen Bereich deutlich höher angesiedelt zu sein.

Zum Vergleich: Google findet 102 Rybka-Erwähnung auf .com gegenüber 29 auf .de.

Eine marktwirtschaftliche Erklärung wäre, dass Deutschland der Heimmarkt der Firma ist, wo man vor allem Cash macht und um jeden Preis - auch durch die bekannten Vernetzungen - eine lukrative Monopolstellung zu halten sucht. Daher wird hier wohl auch mit deutlich härteren Bandagen gekämpft.
schachblogger - 15. Aug, 11:01

Nachtrag vom Schachblogger

Ich habe nicht deutlich genug herausgearbeitet, dass Zensur und auch das Rausmobben kritischer Spieler vom Fritz-Server nicht Politik von Chessbase sind. Beides ist aber wiederholt vorgekommen (obwohl in der Firma auch Menschen arbeiten, die so etwas ablehnen). Wenn der mächtigste Meinungsverbreiter im Schach seine Position nutzt, um zu zensieren, muss das auf den Tisch.

Mibechmann - 15. Aug, 12:51

Kommentar

> "(PS: es war noch komplizierter, wie in einem Kommentar von Michael Bechmanns nachzulesen ist)."

Und warum wurde der Kommentar gelöscht?

Hier nochmal der wesentliche Inhalt:


"Auf amazon.de hatte ich ursprünglich eine positive Wertung für Fritz 10 abgegeben.

Da ich im Chatraum eine positive Anmerkung ggb. einem ungarischen populären Schachprogramm (vgl. Hauptbeitrag) machte sowie wenig später eine scherzhaft gemeinte Bemerkung zu einem anderen Nutzer, welche ein Systemoperator (vgl. Hauptbeitrag) als Beleidigung interpretierte, hatte ich eine Sperrung provoziert.

Nach Sperrung meines Zuganges hatte ich per Email ggb. Chessbase angekündigt, die Bewertung auf amazon.de neu zu formulieren und so geschah es dann auch. In dieser Version wies ich deutlich auf den unfreundlichen Umgang mit zahlenden Kunden hin.
Außer einem MA von Chessbase hatte dies aber niemand zur Kenntnis genommen (wie man am Zähler bei Amazon ablesen konnte, hatte sich die Anzahl der Leser von 28 nur auf 29 erhöht) und Nr. 29 muss Chessbase gewesen sein, denn ihnen war der Inhalt der Rezession am nächsten Tag bekannt.

Der MA von Chessbase hat mich nicht genötigt, den Beitrag auf amazon.de zu entschärfen.

Er entgegnete mir, dass ich mich für die Sperrung bei amazon.de bereits revanchiert hätte
und fragte nach: "Meinen Sie, dass dies der richtige Weg ist? Dann müssten wir darüber nachdenken, wie wir mit dem Sachverhalt umgehen."

Das würde ich nicht als Nötigung bezeichnen, aber als deutliche Anregung, den Text nochmal zu überdenken, wenn ich weiter am Spielbetrieb auf schach.de teilnehmen wolle.
Weiterhin schickte er mir die Verhaltensregeln auf dem Server nochmal per Email zu, wohl auch als Hinweis, dort nachzulesen, bevor ich mich in irgendeiner Form im Chat äußern würde.

Er hatte auch insofern Recht, als das Amazon ohnehin nicht die Bühne zur öffentlichen Austragung von Meinungsverschiedenheiten ist.

Daher formulierte ich den Text ein weiteres Mal um und beschrieb "Fritz 10" mit Vor- und Nachteilen, wie ich dies bei jedem anderen Programm tun würde. Auf den strengen Umgang mit Nutzern im Chat habe ich allerdings auch in dieser Version verwiesen.

Von Chessbase wurde ich wenige Stunden später wieder freigeschaltet.

Ich betrachte die Angelegenheit insoweit als abgeschlossen."



Außerdem kann ich gern auf das zusätzliche s verzichten;-)

Topa_Lover - 15. Aug, 20:48

Ich muss Herrn Löffler recht geben, erst recht Monopolisten müssen Kritik vertragen können. Die ganze Menschheit wäre ohne kritisches Denken noch nicht aus der Höle raus :-)
Ich habe auch die entsprechenden Artikel auf Schachfeld zumindest überflogen. Ich konnte dort nirgends entdecken das der Anwalt mit Klage gedroht hat gedroht hat.
Vielmehr schreibt doch Majora dort, das strafrechtlich relavante Postings auf schachfeld unterbleiben sollen.
Wir alle wissen doch mehr oder weniger: in Foren sammeln sich oft Leute, die meinen sie hätten Narrenfreiheit und könnten so tun und lassen was sie wollen. Mich würde interessieren, ob Sie die betroffenen (Lieske, ChessBase, Majora, Mibe) direkt befragt haben.
Auch Mibechmann hat inzwischen hier gepostet das keine Nötigung vorgelegen hat. Ist der Begriff Nötigung nicht ein Begriff aus dem Strafrecht? Sie schreiben hier de facto das ein CB Mitarbeiter Straftaten begeht (die von Ihnen erwähnte Nötigung). Viele etwas bekanntere Foren und Blogs berichten und kommentieren über diese Angelegenheit. Schachblog und Deep-Chess sind bis jetzt die beiden meiner Kenntnis nach letzten Seiten die darüber berichten. Es scheint das jeder Forum und jeder Blog was vom Kuchen abhaben möchten. Ich finde das alles ein wenig merkwürdig. Das Rankzero darüber schreibt: okay, er prügelt halt auf alles ein was mit 'chess' anfängt und mit 'base' endet ;-) Aber Sie als angesehener und anerkannter Journalist sollten doch ein wenig tiefer recherchieren.

Grüße
Harald

Krennwurzn - 16. Aug, 00:28

Problem erkannt - nun sind Lösungen gefragt

Jetzt hat eben ein Tropfen das Fass zum Überlaufen gebracht - das hat nichts mit Einprügeln auf alles was mit 'chess' beginnt und mit 'base' endet zu tun, sondern ist die logische Reaktion auf das jahrelange Negieren und Wegzensieren von realen Problemen.

Nun wäre es an der Zeit Lösungen zu suchen, denn viele Kritiker wollen eben Verbesserungen - und wenn es stimmt, dass wie Schachblogger schreibt auch Mitarbeiter von ChessBase mit der Politik am Server nicht einverstanden sind, so gilt es eben diese Bestrebungen auch real umzusetzen.

Verbesserungspotential in Schlagworten:

*Eine Instanz um Probleme zu lösen: Publikumsbeirat !?

* Chatbeschränkung durch Rangsystem (sie brauchen einen höheren Rang …) - unproduktiv, diskriminierend, führt zum Überfluten vom Generalchat, unstrukturierter Chat mit allen negativen Auswirkungen.

* Lag - ein technisch - wirtschaftliches Problem - stört sehr viele. Unangenehmer Lösungsansatz: Ausbau des Servers -> Mehrkosten für Accounts?

* Serverpolizei - HL-Problematik. Es ist klar, das Sysop sein schwierig ist und das oftmals Emotionen im Spiel sind - aber kann es der Weisheit letzter Schluss sein, ebenfalls so emotional und aggressiv zu antworten?

* Einschränkung der Meinungsfreiheit - Beispiel Rybka - ist es wirklich so schlimm, dass Rybka jetzt die klare Nr. 1 im Computerschach ist? Oder belebt Konkurrenz nicht das Geschäft? Hat man mit der Zeit als Marktführer nicht etwas Speck und Bequemlichkeit angesetzt? Aber warum sollte man es nicht zurück an die Spitze schaffen? Mit Innovationen antworten nicht mit Restriktionen!

* Bugquote - CB Produkte waren schon mal stabiler - nicht nur meine Einschätzung - man denke an den Junior-bug, den Druckbug, etc.
Borderliner - 19. Aug, 15:44

@DR.STRANGELOVE

Wow! 130 Erwähnungen eines Konkurenzproduktes auf einer Firmenseite. Nicht schlecht. Wie oft wohl Lidl auf der Aldiseite erwähnt wird? Oder Focus bei Spiegel-online? Kannst du das auch mal ausgooglen, damit wir uns über das Ausmaß der Verletzung jounalistischer Ethik im Vergleich einen Einblick verschaffen können.

dr.strangelove - 19. Aug, 20:12

Lieber Borderliner,

es macht sicher Spaß, sich dumm zu stellen, hilft aber der Diskussion nicht unbedingt weiter. Du weißt natürlich selbst, dass der Vergleich mit etwa der Aldi-Seite auf beiden Füßen hinkt: Die Nachrichten von Chessbase erheben eben den Anspruch, keine reine Firmen-, Verkaufs- und Werbeseite zu sein, sondern eine Informationsquelle, die damit auch bestimmten Regeln unterliegt. Insbesondere sollte eine "chinesische Mauer" zwischen Nachrichtenredaktion und Verkaufsabteilung existieren, eben die Trennung von Nachrichten- und geschäftlichen Inhalten (der Begriff stammt aus der Bankenwelt, wo auch sinnvollerweise die Analyse-Abteilung unabhängig von der Handelssparte sein sollte, und leider auch nicht immer ist).


Auch wenn die Albrecht-Brüder den Spiegel aufkauften, wäre damit nicht der Pressekodex außer Kraft gesetzt, und sie dürften nicht "Aldi informiert" als Nachrichtenmagazin absetzen (ich weiß, dass die Trennung in einer Reihe von Medien zunehmend verwischt wird, z.B. liefert bildblog.de schöne Beispiele anhand einer großen deutschen Tageszeitung - typischerweise geschieht das aber gerade in nicht unbedingt seriösen Nachrichtenquellen).

Der Vergleich der Zahlen sollte ein Indiz liefern, dass evtl. die "chinesische Mauer" in der englischen Redaktion höher als in der deutschen ist.

Das Hauptproblem ist aber, dass in der kleinen Welt des Schachs die Situation viel extremer ist eben durch eine Monopolsituation, die in der "großen Nachrichtenwelt" keine Entsprechung hat: Es geht eben nicht nur um die Nachrichtenseite der Firma selbst, sondern den Einfluß, den diese auf eine Reihe von Partnern (Schachbund, Schachbundesliga...) ausübt.
Permanent_Brain - 20. Aug, 09:03

Büchse der Pandora

@Dr.Strangelove, ja, die CB.-Webseiten sind - auch - Informationsquellen über Schachereignisse. Während hier kommentiert wurde, haben sie Rybka neuerlich erwähnt, 2x auf der deutschen und 1x auf der englischen Seite, denn Rybka hat mittlerweile das Chess960-Computerturnier in Mainz gewonnen.

Anscheinend wird jeder bepostungsfähige Webspace sofort von denselben Leuten kampagnenartig heimgesucht, sobald Anti-Chessbasethemen aufgegriffen wurden. Bei Rank Zero dasselbe, und ich weiß nicht wo noch überall. Bevor hier die alte Leier vom Rybkaverschweigen ertönte, haben sie sicher schon anderswo gesagt bekommen daß das nicht stimmt. Aber egal - vielleicht lesen es hier ja wieder andere Leute, oder? Pfui! Gleichzeitig wird scheinheilig von »Pressekodex« und »Meinungsfreiheit« gelabert, so als ob man die Frankfurter Allgemeine kritisiert, und nicht eine kleine Schachfirma mit Veranstaltungsberichten.

Ich weiß nie was besser ist, ignorieren und so den Umfang des Geschreibsels geringer halten um sie nicht durch Aufmerksamkeit noch aufzuwerten - oder Widerspruch einbringen, wenn es nicht auszuhalten ist. Was die Anti-Chessbaseler vielleicht mißverstehen: Ihr bekommt nicht Antwort, weil man so gerne mit Euch diskutieren will, sondern zwecks Richtigstellung diverser Behauptungen.
Krennwurzn - 20. Aug, 10:08

Scheinheiligkeit?

@Permanent_Brain, warum wird die kleine Schachfirma von den übermächtigen Feinden kritisiert?

Könnte es wegen der jahrelangen Monopolstellung sein und den sich daraus ergebenden Verhaltensmustern?

Haben Sie zB schon mal Artikel von Andre Schulz im Spiegel über Fritz & Co gelesen und wie oft steht dort beim Autor korrekt, dass er Angestellter von ChessBase ist?

Oder die berühmte Produktvorstellung CB9 von Peter Schreiber - wieder kein Hinweis, dass ein Angesteller über das Produkt schreibt.

Und können Sie sich noch an die Artikel über die Kanditatur von Bessel Kok erinnern - sehr einseitig für eine gute Sache zwar, aber dennoch einseitig und ein Jahr später: das undemokratische FIDE-System ist kein Problem mehr - klar es unterstützt Kramnik, Fritz-Junior - man ist zur Zusammenarbeit bereit.

Mir ist klar, für Sie ist das nur das Gelabere und Geschreibsel eines übermächtigen zahlenden Kundens über eine kleine Schachfirma.
dr.strangelove - 20. Aug, 10:34

@Permanent Brain,

es ging ja gerade darum, inwieweit "Rybkaverschweigen" ein Mythos ist. Wie die Ergebnisse belegen, ist es falsch, zu behaupten, dass hier totales Totschweigen herrscht - andererseits gebe ich einmal folgendes Beispiel zu bedenken:

Früher wurde regelmäßig auf chessbase.de über die SSDF-Rangliste berichtet. Seit Rybka mit großem Abstand vorne steht, kein einziges Mal. Eine gewisse Tendenz darf hier schon vermutet werden.

Zum Vergleich mit der faz: Nach meiner Einschätzung hat haben die chessbase-Seiten im Bereich der Schachnachrichten eine größere Breitenwirkung als die faz im Großen. Aus solchen Marktstellungen erwächst Verantwortung, und die wird muss von den konkreten Personen wahrgenommen werden - inwieweit dagegen die Größe des Unternehmens proportional zu seiner Ethik sein soll, ist mir nicht klar.
Permanent_Brain - 20. Aug, 10:55

Topic entschwindet

Ich lese keine Printmagazine mehr, aber wenn dieses oder CB.-Mitarbeiter anderswo nicht dazuschreiben daß sie bei CB. beschäftigt sind, ist dann CB. daran schuld? Daß es an sich ein Manko darstellt falls das fehlte, wird wohl niemand bestreiten. - Zu FIDE-Themen kann ich mangels Einblick wenig sagen, aber ich denke, das sind oft Meinungs- und Interpretationssachen. Das zu diskutieren ist etwas anderes, als ständig unzutreffende schädliche Behauptungen zu wiederholen, sodaß man den Eindruck einer Kampagne gewinnt.

Keineswegs jedoch möchte ich Kritik generell abwerten und übe sie mitunter selbst, aber hoffentlich meistens in vertretbarer Form und Rahmen.
KiSch - 22. Aug, 11:16

Linkmobbing

"Dass Rankzero nicht nur auf der Firmenseite sondern auch auf einigen weiteren deutschen Schachseiten nie oder zumindest nicht mehr verlinkt wird, ist nur mit dem Einfluss des Marktführers zu erklären."

Das ist eine beliebte Methode. Seit www.kinderschach.net immer wieder kritisch über die Schacholympiade, den Schachshop und die darin involvierten Funktionäre berichtet, ist die Verlinkung ebenfalls zurück gegangen. Zwischenzeitlich liegen der Redaktion Unterlagen vor, die belegen, dass systematisch die Betreiber verlinkter Seiten angeschrieben und ihnen nahegelegt wurde, diese Verlinkungen zu löschen.

Permanent_Brain - 6. Feb, 03:19

Stimmungsschwankung

Zum Thema Chat auf Schach.de und was man dabei unter Umständen erlebt, habe ich mittlerweile Informationen aus erster Hand sozusagen. Ich möchte auf den Vorfall nicht näher eingehen. Gewisse Berichte die hier angesprochen wurden, sehe ich jetzt aber in neuem Licht. Diese sind möglicherweise weniger stark übertrieben als ich ursprünglich geglaubt habe.

Krennwurzn - 6. Feb, 10:56

Sie könnten auch wahr sein und nicht übertrieben ...

auch daran schon einmal gedacht?

Ich zB habe schon >1500 Servertage und >9000 gespielte Partien - und ich habe mich bzgl. Accountsperren und -laufzeitverkürzungen bei einer Konsumentenschutzorganisation um eine Schlichtung bemüht - die Antwort von ChessBase via Anwalt: kein Interesse an einer Schlichtung, der Kunde soll doch bitte unter vollem Kostenrisiko klagen!

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