Nach dem Schach

Den höchsten Eloschnitt hatte im Kensington Olympia-Konferenzzentrum nicht der Spielsaal (gedrückt durch zeitweise Hunderte Zuschauer), auch nicht der Kommentarraum (wo um die Hundert Platz fanden) oder die Osthalle mit dem Open oder der kleine Presseraum, wo immerhin meist ein GM (Ian Rogers) anzutreffen war. Nein, das höchste Niveau wurde im VIP-Raum geboten.

Unter den ein bis zwei Dutzend Anwesenden fand man da leicht eine Handvoll Großmeister der nicht mehr aktiven Sorte. Etwa John Nunn, der mit einer fetten Kamera um den Hals baumelnd leicht als Profifotograf durchgegangen wäre. Jon Speelman spielt auch praktisch nicht mehr, schreibt aber täglich im Independent. Julian Hodgson war da, der schon in den Neunzigern mit über 2600 Elo feststellte, dass er als Schachlehrer für Anfänger besser verdiente. Auch Jon Levitt, der seine lukrative Nische mit Sportwetten gefunden hat. Und dieser Herr, der in den Achtziger- und Neunzigerjahren für Solingen Bundesliga spielte,

Norwood-David-11

wurde vom Fotografen bei einem schnelles Partiechen sogar selbst am Brett erwischt: David Norwood lebt seit vielen Jahren als Fondsmanager auf den Bahamas und trägt ein Wohlstandsbäuchlein mit sich herum.

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