Meine Spieler des Jahres 2009

So stimmt der Schachblogger bei der Schachoscar-Wahl der russischen Zeitschrift 64:

1. Carlsen
ist nach seiner Rekordperformance in Nanking und als Nummer eins mit 19 einfach nicht zu toppen.

2. Aronjan
war für mich bis zum Spätsommer als überlegener Grandprixsieger und Gewinner in Nizza und Mainz der Spieler des Jahres.

3. Kramnik
spielt wieder unbeschwert und dabei bärenstark, wie sein Sieg beim bestbesetzten Turnier 2009 in Moskau zeigt, etwas zu wenig, aber als Jungvater ist das entschuldigt, und seine humorvolle Präsentation in London war auch etwas wert.

4. Vachier-Lagrave
verdient als Jugendweltmeister und Sieger von Biel endlich mehr Beachtung und Einladungen.

5. Gaschimow
hat aufgrund gesundheitlicher Probleme lange im Schatten von Radschabow und Mamedscharow gestanden und sich nun schnell in die Top Ten vorgearbeitet, steht hier aber auch stellvertretend in Anerkennung des aserbaidschanischen EM-Siegs.

6. Iwantschuk
hat seine verlorenen Elopunkte großteils wieder und ist einfach eine unverwüstliche Kreativkraft. Sein totales Schach führt zwar auch zu Ausbrüchen wie nach dem Weltcupausscheiden, aber von einem Abschied vom Schach ist keine Rede mehr.

7. Giri
holt sich mit 14 den GM-Titel, mit 15 die Niederländische Meisterschaft und schlägt sich achtbar in Hoogeveen: Die 2700 sind nur eine Frage der Zeit.

8. Short
hat mit 44 die 2700 wieder erklommen, trainiert zwar weniger selbst als dass er andere trainiert, improvisiert aber wunderbar.

9. Gelfand
hat u.a. durch seinen Weltcupsieg gezeigt, dass mein Jahrgang (68) noch nicht abzuschreiben ist. Für eine höhere Platzierung spielt er zu langweiliges Betonschach (Russisch, Katalanisch).

10. Nakamura
hat gute und schlechte Läufe, aber langweilig ist er nie.

Einige mehr hätten es vielleicht verdient, auf dieser Liste zu stehen: Blindsimultanrekordbrecher Marc Lang oder Männer-in-den-Schatten-Stellerin Monika Socko. Aber man muss sich auf zehn beschränken. Für Weltmeister Anand und seinen Herausforderer Topalow ist heuer kein Platz frei. Vielleicht oder vielmehr hoffentlich in einem Jahr wieder.
Woodpusher - 5. Jan, 02:42

Grischuk vermisse ich schon in deiner Liste. Sieg in Linares und der russischen Meisterschaft, was will man noch mehr verlangen? (Zum Tal-Memorial war er leider nicht eingeladen.) Ansonsten alles gute für deinen Blog in 2010.

Schachblog rank zero - 5. Jan, 07:48

Normale verzerrte Wahrnehmung -

bei diesen Listen werden Leistungen der ersten Jahreshälfte gerne fast vergessen. Corus-Sieger Karjakin fehlt auch. Hinzu kommen nun einmal persönliche Netzwerke und Vorlieben, bei den Kiddies etwa Giri statt So. Das mittelt sich aber typischerweise aus, bei halbwegs breiter Streuung der Wahlberechtigten dürfte trotz aller subjektiven Faktoren die Oscar-Liste die Leistungen der letzten Monate besser als die stark verzerrte Eloliste widerspiegeln.
Thomas Oliver - 5. Jan, 13:13

Man muss sich auf zehn beschränken

- leider, in meiner top20 (aber eben nicht unbedingt top10) stünden z.B. auch
- Malakhov (auch erfolgreich beim World Cup, und im Gegensatz zu Gelfand kein Favorit)
- Smeets: diverse Erfolge in 2009, 50 ELO gewonnen - und er ist nicht mal Vollprofi sondern studiert nebenbei noch
- Robson: fast vergleichbar mit Giri

Wenigstens hat der Schachblogger Aronian nicht vergessen, obwohl seine Erfolge nicht mehr ganz frisch in Erinnerung sind. Karjakin hat "nur" Corus gewonnen, seine anderen Ergebnisse z.B. im Grand Prix waren nicht so toll - nächstes Mal werden die Karten neu gemischt. Dann ist Anand oder Topalov sicher unter den top10: einer von beiden wird oder (was ich persönlich hoffe) bleibt ja Weltmeister!

Warum ist die Eloliste eigentlich "stark verzerrt"? Weil sie
- im Gegensatz zum Schach Oscar nicht nur das letzte Jahr berücksichtigt
- sowohl Erfolge als auch Misserfolge wertet (betrifft in der Schachblogger-Liste Ivanchuk und Nakamura)
Beides würde ich nicht "verzerrt" nennen ... .

Schachblog rank zero - 5. Jan, 17:25

Burma-Effekt

Nein, der wesentliche Verzerrungseffekt ist der Burma-Effekt - Spielergruppen, die relativ häufig untereinander, aber selten gegeneinander spielen. Das macht sich durch die Fragmentierung der Turnierlandschaft inzwischen bis in die Spitze bemerkbar und sorgt u.a. dafür, dass die Inflation sich eben höchst unregelmäßig verteilt etc.

Dass in die Eloliste auch ältere Ergebnisse eingehen, ist klar - man kann aber problemlos via Elo eine Jahresperformance erstellen (Bemerkung sollte nur besagen, dass auch diese nicht unbedingt objektiv wäre). Wenn man danach gehen würde, wäre wohl z.B. Navara auf der Liste (den ich sehr schätze, der aber seine Zuwächse größtenteils gegen einen ganz anderen Gegnerpool erzielt hat).

Aber natürlich bilden beide Listen Unterschiedliches ab - wer z.B. eine WM gewinnt und in einem anschließenden Showkampf die ganze Elo wieder einstellt, hat z.B. trotzdem den größeren sportlichen Erfolg erzielt und wird auch mehr Oscar-Punkte bekommen, als jemand, der dauerhaft im Mittelfeld spielt und +- 0 macht.

Andererseits, dass Iwantschuk "wegen Aufholjagd" auf der Liste ist, obwohl er durchschnittlich Misserfolge erzielt hat: -30 Punkte seit Januar 2009, nur eben mit zwischendurch noch größerem Tief bei, zeigt, dass die +46 seither in der Wahrnehmung schwerer wiegen als die -76 im ersten Halbjahr.

(Dagegen Karjakin zumindest +14 übers Jahr, wenngleich weniger spektakulär).

Dass der Schachblogger Aronian nicht vergessen hat, liegt wohl eher an der persönlichen Nähe, und dass er ihn m.W. ohnehin schon hier mehrfach zum Spieler des Jahres hochgeschrieben hatte.
Thomas Oliver - 5. Jan, 23:17

Natürlich alles Geschmackssache,

zum Beispiel auch dass der Schachblogger wegen Russisch- und Katalanisch-Allergie Gelfand nur auf Platz 9 wertet. Aber Aronian steht doch zu Recht weit oben?

Navara hat noch nicht genug ELO gewonnen: 2008 kam Movsesian auf ähnliche Art (vor allem Teamwettkämpfe) bis 2750 und war damit sicher auf der Oscar-Liste - allerdings hatte er Pech dass damals auch ein erfolgreiches Bilbao, ein WM-Match und eine Olympiade auf der Schachliste standen (nichts vergleichbares in 2009).

Ivanchuk - immerhin war er auch im insgesamt für ihn furchtbaren ersten Halbjahr zwischendurch noch geteilter Erster in Linares.

Karjakin hat mit Corus 17 Punkte gewonnen, der Rest war Nullsumme. Ein Turnier macht noch keinen Oscar, ausser es ist spektakulär wie Carlsen in Nanjing.

Aber schau'n mer mal wie andere Leute abstimmen: Für mich sind die top 3 klar (Carlsen, Kramnik, Aronian), der Rest nicht unbedingt.

schachblogger - 6. Jan, 12:21

Der Grisch

Ehrlich gesagt ist die Liste bereits Weihnachten entstanden und damit vor Grischtschuks Titelgewinn, der ihn bei mir sonst knapp in die Top Ten gebracht hätte. Auf wessen Kosten? Muss ich das entscheiden? Karjakins Wechsel zu Russland fand ich nicht so prickelnd.

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