Freitag, 17. April 2009

Mamedyarov Rhapsody

Chess Observer, ein regelmäßiger Kommentator bei Chessninjas Daily Dirt, hat sich nach Anleitung des etwas unpässlichen Spiels seines Schachheldens beim Grandprixturnier in Naltschik daran gemacht, Queens "Bohemian Rhapsody" wie folgt umzuschreiben:

"Mamedyarov Rhapsody

Is this a real game,
or just for fans to see?
Caught in a Fritz net,
No escape from the mating threat;
Don't need to sigh,
the game is a lie.
I'm such a GM, I'm in the high elite;
Sometimes I win, sometimes I draw,
Win on time; lose? Oh, no!
Anyone can lose, though it doesn't really happen to me...
to me.

Mamed, you just lost a game.
Played a line you knew how well?
Could you really lose? You fell.
Mamed, the game had just begun
Now you're peeved and think he went astray.

Mamed, ooh, oo-ooh,
You mean he tried to ply?
If he's not banned you're not back to play tomorrow --
Carry on, carry on, as if no one could ever beat you ...

Too bad, you left, you're gone,
Feeling suspicious all the time
Wondering who's the one to find
Smoking on the stairway - It's quite a show -
Gonna leave it all behind and face the truth -
Mamed oooh - (anyone can lose, though)
I don't want to lose,
I sometimes wish I'd never been beat at all -

I see a little cigarette in his hand,
Scaramouche, scaramouche where did the man go?
Empty pack and lighter - nothing too indicting

Where did it go, Where did it go?
Where did it go, Where did it go?
Where did it go, Where did it go?
Where did it go? I don't know - I gotta go!

But I'm never lost and nobody beats me
I'm never lost, he cheated can't you see?
Spare me the truth - I survive monetarily -
If he stays, I will go, did you Kurnosov -
Bismillah! no, he did not Kurnosov - Kurnosov -
Bismillah! he did not Kurnosov - Kurnosov
Bismillah! he did not Kurnosov - Kurnosov
He did not Kurnosov - Kurnosov
He did not Kurnosov - Kurnosov
No, no, no, no, no, no, no -

Mamedyarov, Mamedyarov;
Mamedyarov korosho!

The arbiter has put the rule aside for me, for me, for me -

So you think you can cheat me and make my king die -
So you think you can mate me and leave me to cry -
Oh baby - can't do this to me baby -
Just gotta get out - just gotta get right outta here -

No one ever beats me,
Anyone can see,
No one ever beats me - so no one ever matters to me,

Anyone can lose, though...."

Könige, Bauern und Narren

...oder vielmehr Des Rois, des Pions et des Fous heißt das neue Album des für seine politischen Texte bekannten Welschschweizer und ursprünglich aus Estland stammenden Rappers Stress. Im Song Saint Profit (Youtube) dekonstruiert er die Finanzwelt als Figuren auf einem Brett, aber das war ihm dann auch schon genug Anklang aus unserer kleinkarierten Welt.

Donnerstag, 16. April 2009

Porz verzichtet

Wie hier bereits angekündigt, bleibt Turm Trier also erstklassig. Georg Hinz, der Vereinsvorsitzende, hat mir gerade bestätigt, dass Porz weiter Zweite Liga spielen will. Wenn Kreuzberg einpackt, wie es die Bauern von den Berliner Brettern pfeifen, ist auch Bayern München weiter schachbundesligareif.

Montag, 13. April 2009

Garri Kasparow 46

Es ist etwas ruhiger geworden um den an diesem Montag 46 Jahre alt gewordenen Garri Kasparow, aber nur etwas. Er hat gerade kein Buch im Westen zu promoten und konzentriert seine Oppositionspolitik stärker als früher auf Russland. Dort hat er bereits im Dezember ein neues Sammelbecken der Opposition namens Solidarnost initiiert, und seit einigen Wochen bloggt Kasparow - allerdings nur auf Russisch.

PS: Am 26.Apirl berichtete die New York Times über einen gelungenen Auftritt Kasparows für die Opposition bei der Bürgermeisterwahl in Sotschi (gesehen bei Chessbase).

Samstag, 11. April 2009

Sibirische Linie

Der einzige sibirische Vertreter, Tomsk, hat in der Russischen Mannschaftsmeisterschaft allen die Nase gezeigt. Ein ausgeglichenes Team, das diesmal ohne Stars wie Morosewitsch antrat und von dem effizienten Jakowenko angeführt wurde, spielte die sieben Runden solide runter und verlor nur zwei von 42 Partien. Das genügte, stärker aufgestellte Mannschaften wie Ural Swerdlowsk, wo Linares-Sieger Grischtschuk am ersten Brett nur 2,5 aus 7 holte, nach Mannschaftspunkten klar hinter sich zu lassen. Fünf der acht Teams brachten einen Eloschnitt von 2645 und höher an die sechs Bretter. Eines der besten Einzelergebnisse holte Fabiano Caruana mit 5 aus 6.

Mittwoch, 8. April 2009

Wer will noch mal oder Eine Liga sucht 16 Teams

Dass sich Tegernsee trotz eigentlich sicherer Finanzierung aus der deutschen Bundesliga zurückzieht, stand vor der Saison fest, zwischendurch dann noch einmal zur Disposition, bleibt aber gültig und somit auch die SF Berlin trotz des eigentlich als Abstiesgplatz geltenden Dreizehnten der Bundesliga erhalten. Nun mehren sich die Anzeichen, dass auch der Vierzehnte Turm Trier für eine weitere Erstligasaison planen darf. Es gibt nämlich gleich drei Kandidaten, die ihren Platz vielleicht nicht wahrnehmen.

Am wahrscheinlichsten ist dies beim früheren Verein des Schachbloggers, dem SC Kreuzberg, und zwar trotz der sportlich über Erwarten gut gelaufenen Saison mit dem höchsten Eloplus aller Teams. Nachdem kleinere Geldgeber sich zurückgezogen oder ihre Zusagen nicht eingehalten haben, hat der Hauptmäzen Norbert Sprotte keine Lust mehr, ist aus Berlin zu hören. Eine Mail vom Schachblogger hat er allerdings noch nicht erwidert.

Auch in Katernberg trägt man sich mit Rückzugsgedanken. Schon während der beendeten Saison gab es Geldsorgen. Aber die Essener werden wohl ohne ihre teuren Spitzenleute weiterspielen und sich schachlich so teuer wie möglich verkaufen.

Alles andere als deutlich, wohin die Reise geht, ist es bei Porz. Dass Georg Hinz, der Vorsitzende des Vereins, eine Mail des Schachbloggers nicht beantwortet hat, liegt sehr wahrscheinlich daran, dass auch er es nicht weiß, ja auch nicht zu entscheiden hat. Nach dem Zu-Null-Sieg in der Weststaffel hält sich Wilfried Hilgert, seit an die fünfzig Jahren Mäzen des Rekordmeisters bedeckt. Seinen Spielern hat er gesagt, er würde schon gerne antreten, möchte es aber davon abhängig machen, wie eine nur vage bezeichnete Streitsache ausgeht. Bis 30.April hat Hilgert Zeit. Verzichtet er, käme eigentlich als Zweiter der Westliga Bochum zum Zug, doch Norbert Franke, der seinen Klub auch schon fast so lange unterstützt wie Hilgert in Porz, ohne allerdings die finanziellen Muskeln frühzeitiger Immobiliendeals zu haben, hat bereits abgewinkt. Der Drittplazierte, die Solinger Reserve darf nicht aufsteigen, und Nummer vier zu fragen, ist der Bundesliga dann doch zu jenseitig.

Ob Trier überhaupt will? Keine Ahnung. Die starken Amateure von Bayern würden schon wollen und brauchen sich bis in drei Wochen auch noch nicht als fixe Absteiger fühlen.

Freitag, 3. April 2009

Premier Liga

Die stärkste nationale Mannschaftsmeisterschaft (aber nicht Liga: das bleibt die deutsche Bundesliga) hat am Donnerstag in Dagomys, einem Vorort von Sotschi am Schwarzen Meer begonnen. In der Spitzengruppe treten heuer nicht mehr zehn sondern nur noch acht Teams an - ein Zeichen der Krise, die wegen der stark gefallenen Rohstoffpreise Russland und damit die Sponsoren einiger Teams besonders trifft? Jedenfalls hat diese im Unterschied zur Zweiten Liga, Höhere Liga genannt, und zur Damenliga noch nicht begonnen. Die Liveübertragung widmet sich im Moment noch den gleichenorts antretenden Damenteams, aber wohl ab Samstag der "Premier Liga".

Donnerstag, 2. April 2009

Auf nach Züri

Sorry, Wiener Schachverband, aber das attraktivste Open des Sommers steigt in Zürich. Zum 200jährigen des ältesten noch bestehenden Schachclubs der Welt lassen es die Schweizer so richtig krachen. Vom 9. bis 15.August geht es um 100 000 Franken, also etwa 65 000 Euro, und Titelträger müssen anders als in Wien auch kein Startgeld berappen. Am Wochenende drauf kann man dann sieben Weltmeister und einen Doppel-Vize (Kortschnoi) beim Schnellschach oder Simultan erleben, ja sogar gegen einen antreten, wenn man diese zehn Fragen richtig beantwortet. Feine Sache, das alles.

Der WSV wäre jedenfalls gut beraten, Spielern, die am Samstag, den 15.August noch die letzte Runde in Zürich (oder am Faaker See in Kärnten) spielen , einen späten Einstieg ins Wiener Open per Doppelrunde am 16.August zu erlauben.

Mittwoch, 1. April 2009

Unter Freunden

Am 1.April werden nicht nur matte Scherzchen getrieben, sondern also auch Nachrichten verbreitet. Eben erreicht mich die Teilnehmerliste der Dortmunder Schachtage, die heuer vom 2.bis 12.Juli über die Bühne gehen. Absender ist nicht die Stadt Dortmund sondern der Veranstalter der vorigen WM UEP, die Kramnik-Intimus Josef Resch gehört und für den der langjährige Kramnik-Manager und immer noch Leko-Manager Carsten Hensel nun auch offiziell tätig ist. Natürlich sind beide Schützlinge wieder dabei. Dass Kramnik und Leko jedes Jahr in Dortmund spielen und voriges Jahr fleißig miteinander für die WM trainierten, wäre für andere ein Grund gewesen, mal einen draußen zu lassen (und den voriges Jahr doch glänzend aufspielenden Jan Gustafsson wieder mitmachen zu lassen oder Georg Meier, der inzwischen bei 2641 angekommen und damit die neue deutsche Nummer zwei ist), wenn es schon nicht die schiefe Optik des anhaltenden Interessenkonflikts bei einer immerhin nicht von echten Firmensponsoren sondern von der Stadt Dortmund über deren Unternehmen finanzierten Veranstaltung ist. Außerdem spielt natürlich Naiditsch. Als Dortmunder ist er klarerweise gesetzt und seit heute offiziell bei 2700. Sein Trainingspartner und Kumpel Etienne Bacrot verdankt seine Einladung nicht dieser Dortmund-Connection, sondern er hat sich sportlich qualifiziert, nämlich als Sieger des Aeroflot-Opens. Glücklich ist die Konstellation trotzdem nicht. Komplettiert wird das doppelrundig spielende Sechserfeld von Ich-spiele-überall-nur-nicht-im-Grandprix Magnus Carlsen sowie von Dimitri Jakowenko, der endlich, wie von Chessninja und Schachblogger gefordert, sein erstes Superturnier spielen darf. Ein kleiner Lichtblick. Doch wirklich Grund zur Vorfreude bietet das von Freundschaften durchsetzte Feld nicht.

PS: UEP hat die Aussendung aufgrund des vorliegenden WM-Presseverteilers übernommen. Verantwortlich bleibt das Organisationskomitee der Schachtage im Namen der Stadt.

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