Samstag, 2. Mai 2009

Fehlerparade

Grippehalber hatte ich etwas mehr Zeit als gewohnt, um die gerade erschienene Mai-Ausgabe der Zeitschrift "Schach" zu lesen. Die Lektüre hinterließ allerdings einen schalen Beigeschmack. Ich habe weniger über brilliante Züge und neue Ideen gelesen als Patzer über Patzer präsentiert bekommen oder wie es im Inhaltsverzeichnis marketingsprecherisch heißt eine "Fehlerparade".

Dass sie das Thema im Beitrag über das Blind- und Schnellturnier von Monte Carlo sind, geht ja noch an, aber muss man zwei ausführliche Berichte von Frauenturnieren auch noch mit den feistesten Fehlern ausstaffieren? Auch im Bundesligabericht spielen Einsteller die Hauptrolle, obwohl die als "Gurken des Wochenendes" doch stets schon zeitnah von Georgios Souleidis aufbereitet wurden.

A propos Souleidis: In seinem übrigens sehr feinen Bericht (keine Patzerlese) über das Open in Deizisau fehlt der Hinweis auf seine Mitarbeit beim Turnier ebenso wie in Peter Doggers´ Artikel aus Monte Carlo. Interessenkonflikte sind im Schach wohl nicht ganz vermeidbar, man sollte sie nur transparent machen. Das gilt gerade für die qualitativ einsam führende deutsche Schachzeitschrift. Diese Einschätzung erwähne ich nicht, weil ich gelegentlich selbst dort schreibe (hallo Transparenz), sondern weil eine gewisse, hier öfter erwähnte Website in peinlicher Weise immer wieder ein anderes Heft promotet, im April hier und im Mai hier, und das unabhängige "Schach" links liegen lässt.

Donnerstag, 30. April 2009

Knaller in St.Louis

Die US-Meisterschaft wird nach einigen Jahren Durststrecke heuer mal wieder ein Knaller - auch dank des glücklichen Umstands, dass die Sponsoren schon fix an Bord waren, als die Finanzkrise vorigen Spätsommer begann. Die Topleute Kamsky und Nakamura werden ab 8.Mai in St. Louis ebenso antreten wie Titelverteidiger Shulman, Onischuk, Shabalov und die Veteranen Gulko (der einzige Spieler, der sowohl UdSSR- als auch US-Champ war), Kaidanov, Benjamin und Christiansen. Auf der Qualifikantenliste stehen auch Daniel Fridmans Frau Anna Zatonskih (als einzige Frau) und Irina Krush. Schließlich warten 140.000 Dollar auf die 24 Starter, davon 35.000 Dollar für Platz eins. Für einen freilich äußerst unwahrscheinlichen 100-Prozent-Score ist ein nach Bobby Fischer benannter 64.000-Dollar Bonus ausgelobt (was die hier und da aufpoppende, etwas zweifelhafte Ankündigung erklärt, dass mehr als 200.000 Dollar winken). Emil Sutovsky wird als Kamsky-Sekundant und Kommentator für den ICC in St. Louis sein. Dass bei der Vermarktung geklotzt wird, ist auch daran zu erkennen, dass ICC-Videoguru Macaulay Peterson im Februar kurzfristig aus Europa nach St. Louis eingeflogen wurde, um alles auf die Reihe zu bringen. Nur dass neun Runden Schweizer System gespielt werden, gefällt mir nicht so, zumal das auch bei den aus meiner Sicht verschnarchten Deutsche Meisterschaften so läuft.

Mittwoch, 29. April 2009

Armenischer Doppelschlag

Die Armenier können nicht nur Schacholympiaden gewinnen. Beim Grandprixturnier in Naltschik schaffen sie quasi einen Doppelsieg. Aronjan haut Leko und wird klarer Erster, während der schlecht gestartete Akopjan durch einen Schwarzsieg gegen Eljanow zu Leko auf den geteilten Zweiten aufschließt. Nun fehlt Aronjan, der schon das Grandprixturnier in Sotschi gewann, zum Gesamtwertungssieg und der damit verbundenen Qualifikation zum WM-Kandidatenturnier 2010 in Bonn nur noch ein passables Resultat in der nächsten Grandprixrunde. Ausgetragen wird sie im August vor seinen Landsleuten in Jerewan. Lasst es ein weiteres Schachfest für Armenien werden!

Und was nimmst du vor der Partie?

Diese derzeit rasch die Runde machende Studie in der Zeitschrift Pediatrics zeigt, dass ADHS-Medikamente (Methylphenidat ist der meisteingesetzte Wirkstoff, Amphetamine sollten erst bei Erwachsenen in Frage kommen) die Testleistungen von Schülern in Mathe und Lesen signifikant verbessern und zwar unabhängig davon, ob diese Schüler überhaupt das Zappelsyndrom haben. Ein Schüler sagte, dass ihn die Medikamente nicht schlauer machen, aber ihm helfen, sich zu konzentrieren, und darauf kommt es in Tests ja wesentlich an. Im Magazin New Yorker ist gerade eine Reportage über Neuropharmaka, in der über einen Pokerprofi berichtet wird, der unter Amphetaminen erheblich länger durchhält und auch besser zu spielen behauptet. Bei Chessninja gibt es neben Migs Senf auch eine Reihe von Leserkommentaren dazu.

Natürlich werden einige weiterhin behaupten, dass damit noch längst nicht gesagt sei, dass solche Medikamente auch schachliche Leistungen zu steigern vermögen, und bevor nicht eine (sicher aus Kostengründen nie zu erwartende) randomisierte Kontrollgruppenstudie mit Schachspielern vorliegt, nicht daran glauben, dass Doping im Schach wirkt.

PS: Eine kleine Studie dazu hat nun allerdings der frühere Vorsitzende des Hessischen Schachverbands und Internist in Offenbach, Harald Ballo, angekündigt. Er sucht Probanden.

Dienstag, 28. April 2009

Gerichtliche Schlappe für die ECU

Der Türkische Schachverband hat gegen die Vergabe der Einzel-EM 2009, Europacup 2009 und Junioren-EM 2009 den Europäische Schachunion ECU beim Amtsgericht in Lausanne geklagt und Recht bekommen (obwohl ihr Sekretariat beim DSB in Berlin angesiedelt ist, hat die ECU formell ihren Sitz in der Schweizer Stadt). Chessbase berichtet schon mal im Sinne ihres geschätzten Freunds Ali Nihat Yazici, dass die im März gehaltene EM nun wiederholt werden müsse. Die Kosten der Spieler müsse natürlich die ECU tragen. Welch ein Unfug. Natürlich wird eine längst gespielte EM nicht wiederholt, bloß weil die Vergabe nicht in Ordnung war.

Außerdem fordert der Türke den Rücktritt des Verbandsvorstands und lädt zu einer außerordentlichen Versammlung mit Neuwahlen in die Türkei ein. Der nun schon zwei Jahre währende Clinch zwischen Yazici und ECU-Präsident Kutin hat damit einen traurigen Tiefpunkt erreicht. Von nun an werden die Spieler nämlich mit ins Chaos gerissen. Der Europacup im Oktober (bisher nach Mazedonien vergeben) könnte durchaus neu ausgeschrieben werden. Für die Junioren-EM im August in Italien sind dagegen wohl schon einige Tickets gebucht, der Schaden einer Verlegung wäre erheblich. Der ECU-Vorstand will laut Chessdom Stellung nehmen, sobald die gerichtliche Begründung vorliegt. Und auf der ECU-Seite steht das mittlerweile auch - aber kein Wort mehr.

Leko verdient einen Orden

Dass er Lewon Aronjan beim Grandprixturnier in Naltschik den ersten Platz streitig macht, ist zwar nicht so nett (am Mittwoch treffen die beiden alleine Führenden in der Schlussrunde aufeinander, Aronjan mit Weiß). Aber in einem Turnier gleich zweimal das für seine Solidität gefürchete Russisch (erinnern Sie sich, wie Anand in Bonn eröffnete?) fertigzumachen, erst Gelfand mit einem Pfahlbauer auf f6, dann Kasimdschanow mit einem Pfahlbauer auf h6, ist dann schon ein sehr feiner Zug des Ungarn - zu dem sein Opening Escort Jan Gustafsson sein Schärflein beigetragen haben dürfte.

Montag, 27. April 2009

Dildoschach, hallo?

Baby, heute leg ich Dich schachmatt! Das verspricht ein Artikel bei Bild.de mit der Empfehlung "Dildoschach gegen Flaute im Bett". Man kann sich sogar durch ein Dutzend dämliche Fotos von den tatsächlich als Sexspielzeug einsetzbaren Figuren clicken. Fette 2000 Euro kostet das äußerst kuriose Spielset allerdings. Ob der harte Kern der Schachsammler da zugreifen wird?

PS: Schachspiele mit sexuellen Motiven gibt es freilich auch andere und das sogar mit künstlerischem Anspruch, wie Jen Shadades Auswahl aus einer rezenten Ausstellung in Reykjavik zeigt.

Ein Schrumpfkurs mit erfreulichen Nebenwirkungen

Wer zu stark war für die Schachbundesliga 2008/9 und wer zu schwach, ahnte man eh schon, bevor der erste Zug gespielt war. Und die größte Spannung entfaltete die Saison eigentlich erst, seit der letzte Zug gemacht ist. Nämlich wer zieht zurück? Hält Tegernsee Wort? Welche der Krisengerüchte aus Kreuzberg und Katernberg würden sich bewahrheiten? Und wer darf trotz Abstiegsplatz bleiben?

SF Berlin und Trier stehen inzwischen fest und haben ihr Antreten zugesagt. Nach Westaufsteiger Porz wird auch das im Westen zweitplatzierte Bochum mit höchster Wahrscheinlichkeit verzichten. Bayern hat mit zumindest großer Wahrscheinlichkeit signalisiert, den Platz einzunehmen. Selbst, dass der abgeschlagen Letzte Dresden bleiben darf, ist zumindest bis Anfang Mai noch nicht ausgeschlossen.

Das hier schon aufgepoppte Krisenpalaver hat inzwischen die Website der Liga erreicht, wo sich bereits jetzt andeutet, dass die Ligasitzung im Juni in Kassel heiße Debatten erwartet. Zumal Till Schelz-Brandenburg trotz seines Rücktritts als Obmann bei Werder weiter aufmischt und wieder einmal seinen Lieblingsantrag, die Liga von 16 auf 12 Teams zu reduzieren, wobei er aber 22 Runden spielen möchte, gestellt hat. Ähnliche Vorstellungen inklusive Zusatzrunden hat man offenbar in Trier.

Gemach, gemach Freunde (und Kommentatoren meiner letzten Bundesligabeiträge). Der Trend ist nicht so schlecht, wie er geredet wird. Vielmehr ist die Liga auf dem Weg zu gesünderen Zeiten.

Ich wage mal die Prognose, dass die Saison 2009/10 mehr Spannung als die alte verspricht. Das verspricht Beachtung, Zuschauer online wie an den Spielorten und vielleicht auch neue Kontakte zu Sponsoren hier da. Mehr Spannung erwarte ich nicht so sehr, aber hoffentlich auch, weil Werder und Mülheim aus Erfahrung klüger auftreten und Baden-Baden die Titelverteidigung schwerer machen werden, sondern vor allem, weil mal wieder ein spannender Abstiegsfight ansteht. Nur nicht, wie noch 2006/7, als mit Mülheim ein Riese sportlich abstieg (und erst am Grünen Tisch vom Porzer Rückzug gerettet wurde), sondern auf einem Niveau, das sich mehr Vereine auch wirklich leisten können.

Der Abstiegskampf wird sich in der Region um gemittelt 2450 abspielen, wo Erfurt, Katernberg und Handschuhsheim wohl etwa aufstellen werden, während Emsdetten, Trier und SF Berlin da ein wenig darüber aber für die nominell schwächeren nicht unschlagbar liegen werden, Bayern und Tegel zwar etwas darunter, aber nicht zu weit entfernt, um sich mit zwei Verstärkungen (zumal sowohl im Münchner als auch im Berliner Raum nach Rückzügen starke Spieler auf Vereinssuche sind) sehr reelle Haltechancen zu sichern.

Damit verbunden ist meine Prognose, dass der Anteil der eingesetzten Deutschen ansteigen wird. Schön wäre in dem Zusammenhang, wenn Eppingen die heimischen Kräfte wieder stärker bringt, Emsdetten und Trier sich um deutsche Spieler bemühen.

Mannschaften wie Hamburg oder Wattenscheid können mal wieder eine Spielzeit relaxt angehen, vielleicht auch etwas ansparen für andere Zwecke. Ideen dafür gibt es in Hamburg sicher. In Wattenscheid könnte man daran denken, die Attraktivität für Livezuschauer zu erhöhen, statt die zu verdammen, die nur online gucken.

Zu begrüßen ist auch, dass der Abstand zwischen erster Liga und zweiten Ligen sich damit wieder spürbar verringert und Aufsteiger vielleicht nicht mehr zum sofortigen Abstieg verurteilt sind, wenn sie nicht mindestens die halbe Mannschaft austauschen.

Das Gegenteil wird sich abspielen, wenn die Liga auf zwölf Teams geschrumpft wird: Weniger Deutsche. Noch mehr Druck, ein starkes Team zusammenzustellen, das die Klasse halten kann. Und im Fall einer doppelrundigen Austragung nach Bremer Modell oder Meister- und Abstiegsrunden nach Trierer Vorstellungen eine deutliche Verteurung der Saison. Eine Riesenlücke zu Liga zwei. Wer soll das wollen?

Freitag, 24. April 2009

Opening Escort Service

Jan Gustafssons Ruf als Theorieguru kennt keine Grenzen. Nach Loek van Wely und Jan Smeets hat den Hamburger nun Peter Leko für das laufende Grandprixturnier in Naltschik als Sekundant verpflichtet, schreibt der Chessninja. Damit zeichnet sich ab, dass Gott Gusti zwar nicht als Spieler, wie vom Schachblogger vergeblich gefordert, aber wenigstens als Sekundant im Juli zu den Dortmunder Schachtagen zurückkehren darf.

Übrigens ist Gusti nicht als einziger deutscher Nationalspieler in Naltschik, wie wiederum die offizielle Website weiß. Daniel Fridman sekundiert Rustam Kasimdschanow.

Donnerstag, 23. April 2009

Neue erste Adresse im deutschen Schach

Nach all dem Krisengerede über die Bundesliga mal wieder was Positives: Das Kulturzentrum LA8 in Baden-Baden ist fertig. Das große Lebensprojekt von OSG Baden-Baden-Sponsor Wolfgang Grenke neben seiner Firma und Familie hat am 9.April seine Pforten geöffnet, und der ZEIT-Kritikerin gefällt´s. Museum, Veranstaltungszentrum und auch Schach sind vertreten. Anlässlich der Einweihung gab es auch schon ein kleines Turnierchen (Bericht mit leider nur zwei Fotos). Die OSG hat nun ihre Clubräume im LA8, was für Lichtenthaler Allee 8 steht und die an der Oos gelegene Flanierzeile der Kurstadt bezeichnet. Nächste Saison bestreitet die OSG hier ihre Ligakämpfe in einem kulturschwangeren Umfeld, das unserem Spiel richtig gut tut.

Dienstag, 21. April 2009

Bayern statt Kreuzberg

Wie hier schon vor zwei Wochen angekündigt zieht sich Kreuzberg aus der deutschen Bundesliga zurück. Ein Schreiben vom Samstag ist heute auf der Kreuzberger Website als PDF zu finden. Damit darf nach SF Berlin (ersetzt Tegernsee) und Trier (ersetzt Porz) auch Bayern als Fünfzehnter und Vorletzter eine Saison dranhängen.

Russland kauft sich einen möglichen Weltmeister

Beim Grandprixturnier in Naltschik, wo Aronjan in der sechsten Runde wieder die Führung übernommen hat, macht es seit einigen Tagen die Runde: Sergei Karjakin will den Verband wechseln. Von der Ukraine, wo ihn der mittellose Verband nicht unterstützen kann, zu Russland, dessen Verband dank exzellenter Verbindungen zum Kreml genügend Geld hat. Als Lockmittel wurde Karjakin bereits vor einem Jahr Juri Dochokjan, der langjährige Kasparow-Sekundant, als ständiger Trainer angeboten allerdings unter der Maßgabe, dass Dochokjan nur für Russen arbeiten darf, wie Chessvibes berichtet. Karjakins ohnehin russischsprachige Familie will demnächst von Simferopol auf der Krim nach Moskau übersiedeln.

Karjakins Verpflichtung wird in Russland offenbar als beste Chance gesehen, bald wieder den Weltmeister zu stellen und eine Olympiade zu gewinnen. Die von einem Russen geführte FIDE dürfte seinem Einsatz nächstes Jahr in Chanti-Mansisk wohl nichts in den Weg stellen.

Ösiliga bisserl neu

Die Österreichische Bundesliga hat sich gleich eine ganze Reihe von Reformen auferlegt. "Die Weichen für eine spannende Saison scheinen gestellt", freut sich die ÖSB-Seite.

Mit einem Verbot von Remisabsprachen vor dem 30.Zug soll die Liga für Zuschauer interessanter werden. Mehr hätte man in dieser Beziehung freilich erreicht, wenn man mindestens eine Runde da ausrichtet, wo Zuschauer kommen, nämlich in Wien. Die Hauptstadt hat aber schon seit Jahren keine Bundesligarunde mehr gesehen. Austragungsorte (siehe Turnierseite) sind Jenbach (ca. 40 km bis Innsbruck, 150 km bis München), Graz (Stadtrand) und Baden (25 km von Wien).

Spannender soll es werden, indem statt der Brettpunkte als Erstkriterium die Mannschaftspunkte zählen. Der Schachblogger fragt sich schon lange, warum man in keiner Liga einfach mal beides kombiniert, also am einfachsten Brett- und Mannschaftspunkte zusammen zählt. Es heißt immer, das versteht keiner. Aber eine einfache Addition in der Tabelle, an deren Ende die Rangliste durch das Additionsergebnis bestimmt wird, sollte jeder durchschauen, der nicht zahlenblind ist.

Die Bedenkzeit wird verkürzt von 100 Minuten / 40 Züge plus 50 Minuten / Rest bei zusätzlich 30 Sekunden vor jedem Zug auf 90 Minuten / 40 Züge plus 30 Minuten / Rest. Das ist zu begrüßen, ist es doch die mittlerweile üblichste Bedenkzeitregelung und macht Partien, die länger als sechs Stunden dauern, zur Freude der Veranstalter, Schiedsrichter und des Übertragungsteams erheblich seltener.

Das Ende einer Saison erleben nur wenige. Wenn unmittelbar nach der letzten Partie der Meister geehrt wird, sind Spieler und Zuschauer fast alle schon auf dem Nachhauseweg. So einen schäbigen Abschluss hat eine Liga, die sich immerhin stets an einem Ort trifft, nicht verdient. Baden, der Ausrichter des letzten Wochenendes der neuen Saison, bot an, die letzte Runde am Samstag nachmittag zu spielen mit feierlicher Siegerehrung am Abend und einem Mannschaftsschnellturnier am Sonntag. Das fand offenbar keine Mehrheit, weil andere Vereine nur die Kosten für eine zusätzliche Nächtigung sahen (und das wenige zur Verfügung stehende Geld eh schon mal von Bordellen oder vom Sexversand erbettelt werden muss...).

Das größte Problem der Liga, dass immer weniger Einsätze für Spieler aus Österreich zustande kommen, war bei der Ligatagung am vergangenen Wochenende nicht einmal ein Gesprächsthema. Dabei wäre es einfach, einen Titel für das beste Team zu reservieren, das in jedem Kampf, sagen wir, mindestens drei Spieler mit Erstwohnsitz in Österreich an die sechs Bretter bringt. Dabei wäre das auch ein Zusatzansporn für Mannschaften, denen die Sponsoren fürs Eingreifen in den Kampf um Platz eins fehlen.

Der Mut, wirklich neue Wege zu bestreiten, fehlt.

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