Bobbys Erbe

Was hat Fischer dem Schach hinterlassen? Abgesehen von teilweise zweifelhafter Publicity und einer Reihe großartiger Partien bis 1972 zwei Dinge: Den Fischermodus bei der Bedenkzeit und Fischer Random Chess, deutsch Fischerschach, hier und da auch Chess960 genannt, das dem vom Theorietod bedrohten Spiel eine Zukunft geben sollte. Das sind, bei aller Kritik an dem peinlichen alten Herrn, zwei großartige Hinterlassenschaften, auf die viele Nachrufe überhaupt nicht eingingen und einige wenige auch nur am Rand. Aber was zählt in den Medien schon, was etwas für Schach bedeutet.

Die Story um Fischers Erbe ist in den Medien eine ganz andere, nämlich wer das Geld kriegt, das Fischer, mutmaßlich auf einem Konto bei der Schweizer UBS, hinterlassen hat. Um die zwei Millionen Franken sollen vom Preisgeld, das er 1992 in Jugoslawien kassiert hat, noch übrig sein. Der Telegraph und der Guardian haben berichtet.

Ein Streit zeichnet sich ab zwischen Miyoko Watai, die darauf pocht, mit Fischer verheiratet gewesen zu sein, und der Familie von Fischers verstorbener Schwester Joan, die die Ehe anzweifelt. Außerdem dürfte noch Fischers uneheliche Tochter Jinky Young ins Spiel kommen. Mal als siebenjährig, mal als 2002 geboren beschrieben, kommt sie aus einer Affäre hervor, die Fischer, der häufiger auf den Philippinen war, siehe seine infamen Radiointerviews, mit einer gewissen Marilyn Young in Baguio City hatte.

Eine andere Hinterlassenschaft dürfte Historiker und Biografen (von René Chun war bereits 2004 bei Viking eine Fischer-Biografie angekündigt, meine Nachfrage an Viking, ob damit noch zu rechnen sei, ist bisher unbeantwortet) mehr interessieren, nämlich was Fischer an Notizen, Briefen und Dokumenten hinterlassen hat. Einiges, was er in den USA hinterlassen hat, wohin er nach 1992 ja nicht mehr zurückkehren konnte, soll versteigert worden sein. Aber 31 Kisten hat er sich nach Budapest schicken lassen. Dort allerdings sollen sie ihm gestohlen worden sein, so jedenfalls steht es in diesem eingescannten Brief Fischers auf einer ihm mutmaßlich nahestehenden Website an die ungarische Polizei.

PS: Inzwischen ist von Hans Ree eine sehr lesenswerte persönliche Erinnerung an Fischer auf Chesscafe.

Lesenswert ist auch der Blogeintrag des Fernsehveteranen Dick Cavett, der Fischer mehrmals ins einer Show zu Gast hatte, samt Videoausschnitt hier:
//cavett.blogs.nytimes.com/2008/02/08/was-it-only-a-game/

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