Donnerstag, 17. Juli 2008

215 mehr Elopunkte

Soviel also hat Stefan Macak, der hier schon einmal Thema war, von derApril- zur Juliliste zugelegt und mit neuerdings 2557 knapp den zweiten Platz in der slowakischen Eloliste hinter Movsesian und Markos (dreimal M) verpasst aber Lubo Ftacnik schon mal verdrängt. Ist jemand bekannt, der einen größeren Elosprung geschafft hat?

Mittwoch, 16. Juli 2008

Leuker schaken

Lustiger Schachspielen heißt das und ist niederländisch. Die Niederländer haben neben den besten Schachautoren, dem besten Schachmagazin, dem besten Schachturnier und der besten Community-Schachwebsite also auch die besten Ideen, um unser Spiel lustiger zu machen.

Linda Jap und Edwin van Haastert sind Niederländische Meister und zwar im Paarschach. Organisiert hat den originellen Wettbewerb das Amsterdamer Max- Euwe-Centrum. Leider geht aus der Mitteilung nicht hervor, ob tatsächlich die traditionellen Doppelregeln galten, nämlich streng abwechselnd gezogen werden musste und wie es mit dem Reinreden gehalten wurde, oder ob doch nur die Ergebnisse addiert wurden, was eigentlich gar nicht lustig ist und zur sofortigen Rücknahme der obigen, fast völlig ernstgemeinten Lobüberhäufung führen würde und wie es meines Wissens in Dresden schon seit längerem bei Turnieren im so genannten Familienschach für Frau/Mann-, Bruder/Schwester-, Vater/Sohn- oder auch Opa/Enkelin-Gespanne praktiziert wird.

Addieren lasse ich mir eher gefallen, wenn neben Schach auch mindestens eine andere Disziplin im Spiel ist. Auch da sind die Niederländer innovativ. Kürzlich fand die nationale Schafeltennismeisterschaft statt. Dimitri Reinderman, der das Schachturnier gewann hatte mangels Tischtennisfertigkeit keine Chance auf einen vorderen Platz. Der Sieg ging an meinen früheren Amstelveener Mannschaftskameraden Rob Bertholee. Hartelijik gefeliciteerd!

Dienstag, 15. Juli 2008

Der größte Pott

Welcher Schachspieler holt 2008 das höchste Preisgeld? Klar, Kramnik und Anand, werden Sie sagen, schließlich warten auf beide nach der WM in Bonn jeweils 600 000 Euro. Gut möglich aber, dass ein FIDE-Meister aus Brooklyn, von dem Sie noch nie gehört haben, die beiden toppen wird.

Ylon Schwartz heißt er und hat das Brett, auf dem er sich früher im Blitz etwas dazu verdient hat, schon vor Jahren gegen die Pokerkarten getauscht. Der 38-Jährige (bisher höchstes Preisgeld 50 000 Dollar) hat sich für den finalen Tisch der World Series of Poker qualifiziert, was ihm, wenn ich dem Posting auf Migs Blog trauen darf, 900 000 Dollar sicherstellt, also ziemlich genau so viel wie Vladi und Vishy, nur dass die in Bonn gerade mal noch den Weltmeistertitel draufsatteln können, Ylon im November in Vegas aber ein paar Milliönchen.

Samstag, 12. Juli 2008

Warum Igor Chenkin nicht ins deutsche Team gehört

Ich hatte es befürchtet. Schließlich hat Igor Chenkin herumerzählt, dass er in der deutschen Nationalmannschaft spielen will. Vor kurzem ist der gebürtige Russe und zwischenzeitliche Israeli eingebürgert worden. In der letzten Ligasaison und den letzten Turnieren hat er sich ein fettes Eloplus angefressen, das ihn auf argumentativ gewichtige 2655 bringt. Nun hat ihn Uwe Bönsch - neben Naiditsch, Fridman, Gustafsson und Baramidze - für Dresden nominiert.

Weil es abzusehen war, habe ich dem Bundestrainer im Juni einige Fragen gemailt. Auch noch ein zweites Mal, als die Antwort ausblieb. Ohne Reaktion. Vielleicht ist meine Mail ja in seinem Spamordner gelandet. (Nachtrag: Bönschs Mailadresse hat sich geändert, so dass er meine Fragen wohl nicht erhalten hat.) Sonst hätte er es mir vielleicht erklären können, warum er seinen langjährigen Tegernseer Mannschaftskameraden (schon dieses Naheverhältnisses wegen hätte die Nominierung nicht kommentarlos erfolgen dürfen) trotz vieler Einwände für geeignet hält und dieser Blogbeitrag wäre wohlmöglich nicht nötig gewesen.

Igor Chenkin gehört nicht in die deutsche Nationalmannschaft und zwar aus einer Reihe von Gründen:
Mit 40 Jahren hat er kein Steigerungspotenzial mehr.
Während seiner kurzen Zeit in Israel hat er wenig Freunde, aber unter denen, die ihm geholfen hatten, einige Enttäuschung hinterlassen.
Bei seinem ersten deutschen Klub, den SF Schöneck, galt er als Abzocker.
Er ist kein Kämpfer, spielt oft kurze Remis.
Er war wiederholt verdächtig, in Partieschiebungen verwickelt zu sein.

Mit Leonid Kritz, der immerhin von der Elo mit 2610 etwa da steht, wo Chenkin noch in der Aprilliste war und mit seiner langfristigen Durchschnittselo der letzten Jahre, gibt es einen jungen und ernsthaft an seinem Schach arbeitenden Profi als Alternative (hier ist ein aktuelles Interview mit ihm). Uwe Bönsch sollte seine Entscheidung rückgängig machen und Kritz nominieren.

Nachtrag 17.Juli: Ein Kommentar zur Nachwuchspolitik von DSB/DSJ aus Sicht von Werder Bremen findet sich hier.

Dienstag, 8. Juli 2008

Onlinepoker vor dem Matt?

Jonathan Schaeffer ist ein Spieler. Und er will die Nummer eins sein. Wenige Wissenschaftler verstehen dies mit ihrer Forschung in Einklang zu bringen wie der 51jährige Kanadier. Mitte der Achtziger war Schaeffer nicht nur ein starker Turnierspieler mit etwa 2200-Stärke, sondern auch einer der führenden Schachprogrammierer der Welt. Als IBM Ende der Achtziger das Deep Blue-Projekt aus der Taufe hob, wandte sich Schaeffer vom Computerschach ab. Er wusste, dass er bei solcher Konkurrenz nicht mehr die Nummer eins werden konnte.

Also widmete er sich dem Damespiel. 1994 wurde sein Programm Chinook zum Sieger eines Matches gegen den führenden 8x8-Damespieler Marion Tinsley erklärt, als der sich wegen eines fortgeschrittenen Krebsleidens zurückzog. Allen anderen Spielern war Chinook hoch überlegen. Schaeffer sprach zwar davon, ein 10x10-Dameprogramm herauszubringen, doch Ruhm war damit keiner zu ernten und es wurde nie etwas daraus. Nun gilt der Computer dem Menschen im Damespiel zu Unrecht als überlegen.

Schaeffer setzte, lange bevor der Onlinepokerboom begonnen hatte, auf Texas Hold´Em. Die Wahrscheinlichkeiten richtig auszurechnen, war nicht das Problem, sondern vernünftig und nicht zu berechenbar Einsätze zu tätigen und im Spiel der Gegner Regelmäßigkeiten zu entdecken. Als ich Schaeffer 1997 am Rande von Kasparows Desastermatch gegen Deep Blue für c´t interviewte, rechnete Schaeffer damit, binnen vielleicht drei, höchstens aber fünf Jahren die führenden Pokerspieler der Welt zu schlagen.

Es hat etwas länger gedauert. Bei einem Schaukampf Ende voriger Woche auf einer Glückspielmesse in Las Vegas hat Polaris, das von einem Team um Matthew Billings und Jonathan Schaeffer geschriebene Pokerprogramm, eine Mannschaft bekannter Pokerprofis mit 3,5:2,5 geschlagen. Polaris trat jeweils in zwei parallelen, aber räumlich getrennten Matches gegen zwei Profis an. Um den Glücksfaktor auszuschalten, bekam Polaris in der Parallelsitzung genau die Karten des Profis und umgekehrt. Knappe Ausgänge wurden als Remis gewertet. Am Ende hatte Polaris drei der sechs Matches gewonnen, die Profis zwei. Während des Matches haben Schaeffers Mitarbeiter fleißig einen Blog gefüllt.

Schon jetzt verwenden Onlinepokerprofis alle mögliche Software, die ihnen Informationen über ihr eigenes Spiel und das ihrer Gegner gibt, oder um die Gewinnwahrscheinlichkeit ihrer Aufnahmekarten zu berechnen. Kommt nun ein extrem spielstarkes Programm wie Polaris auf den Markt, wird sich die Waagschale im Onlinepoker weiter zugunsten dener heben, die den Computer einzusetzen verstehen. Es ist aber auch damit zu rechnen, dass sich das herumspricht, und viele das Interesse am Zocken verlieren.

Deep Blues Sieg mag dem Image des Schachs geschadet haben. Der Sieg von Polaris könnte das ja für seinen Boom aufs Internet angewiesene Poker viel nachhaltiger ändern. Der Boom dürfte vorbei sein.

Montag, 7. Juli 2008

Mister Liverating

Dass die Eloliste schon veraltet ist, wenn sie erscheint, wissen die meisten. So ist Carlsen offiziell zwar die Nummer sechs aber eigentlich schon die Nummer zwei. Und das nicht vor Morosewitsch oder Kramnik, sondern vor Iwantschuk. Falsch, nach dessen Gewinnpartie in Dortmund gegen Kramnik hat er Carlsen um ein paar Zehntelelo überholt...

Ein Norweger sorgt seit kurzem dafür, dass wir ständig Bescheid wissen, wie es in der Weltrangliste auf den Tag aktuell steht. Ich habe ihm ein paar Fragen gemailt, und weil eh fast alle Englisch verstehen, hier einfach das komplette E-Mail-Interview mit Hans Arild Runde:

Schachblogger: Where are you based?

Hans Arild Runde: I'm based in Oslo, Norway.

Schachblogger: What is your profession and age?

Hans Arild Runde: I have turned 36 during the Norwegian championship last week. I have a master´s degree in computer science. Currently I am working as a Senior Software Engineer for Carlsen's current sponsor - FAST, a Microsoft subsidiary.

Schachblogger: When exactly did you start Liverating?

Hans Arild Runde: In its current form, it was started in late april 2008, but I had been publishing these ratings on the chess website chessgames.com since november 2007. I think the first complete 2700+ list was "released" november 17th 2007.

Schachblogger: Has it always been 2700 plus?

Hans Arild Runde: Basically, yes. Earlier I sometimes used to list the highest rated player below 2700 as well, just to show who was closest, but since I started the new site, I haven't done that.

Schachblogger: I assume Magnus is your motivation, or is it being the first to know when he´s number one?

Hans Arild Runde: Actually Carlsen only plays a very small role. It was mostly triggered by wanting to know the real standings between official lists. Typically people would calculate "updated" ratings for some player, and then claim that he was number so and so, making the mistake of comparing that player to the official rating of the other players. And then some kibitzers on chessgames.com encouraged me to make a list where "everyone" was included, and I chose the cut-off to be 2700+.

Schachblogger: When and where have you met Magnus?

Hans Arild Runde: The Norwegian chess scene is not big, and I live in Oslo, where most of the strong players in Norway are situated. Hence, everyone here has met and seen Carlsen on numerous occasions.
Actually, one of my previous employers, Computas, became Carlsen's first sponsor, and during that short period I was the main contact person between Simen Agdestein (representing Carlsen) and my employer. Carlsen gave a simultaneous exhibition at Computas in 2002 (at the age of 11), and I barely managed to draw him. The Open Norwegian Championship was also arranged in our canteen that year, and young Carlsen won the junior group. And in early 2002 my chess club faced Carlsen's current club in a team match, where I got to play Carlsen with me having the black pieces. I lost my game. Maybe due to the connection between Carlsen and my employer, Agdestein included this game in the Norwegian version of “Wonderboy”. It was not present in the English edition, and probably is not in the German one either.
Carlsen's father Henrik and I are about the same strength as chess players, and since the Computas sponsorship, we have stayed in touch more or less, even competing in some of the same competitions. We have only played each other in blitz games, though. When my current employer signed a sponsor deal with Carlsen last year, Henrik and I started having even more regular contact, but being closer to Henrik than Magnus age-wise, I naturally mostly speak with Henrik when we meet. During the last year, though, I have played Magnus twice in simultan exhibition events at work (I blundered to lose a drawn game in our last encounter), and I obviously exchange a few words with him on such occasions. But while Magnus knows very well who I am, I only consider his father to really be a friend of mine, and that's completely fine, I think. :)

Schachblogger: How much work do you put into the list?

Hans Arild Runde: Simply updating it doesn't take very much time, but I spend quite some time making sure that I don't miss any (or too many) events. Then it obviously takes some time when I add new functionality to the web-site, and I have several ideas ready for implementation - but I just don't have the time (I have work and family at a higher priority!). And lately I have spent some time answering mail, as well - interviews like this one don't exactly "help" on those "statistics". ;)

Schachblogger: How many visitors does the site get and how has it been growing?

Hans Arild Runde: It typically varies a lot with the activity of the top players. During top events like Aerosvit recently, I had around 10 000 hits daily, with 5-7000 unique visitors (based on cookies and unique IPs), and then it might drop to a couple of thousand hits per day during quiet periods. When chessbase.com, chessvibes and chessdom started to link to me, it also generated an increase in the traffic, but "the word" has spread in multiple channels, really. Links are posted in chess forums and on play sites all the time, and people also get to the site from search engines.

Schachblogger: How excited were you when during the Foros tournament a win against Onischuk would have brought Magnus to first place (for a day)?

Hans Arild Runde: This might surprise you, but I don't put much emphasis on day-to-day changes like that, even if I produce day-to-day changes. :) I mainly want to know the exact standings at any given point in time, but if someone is 5 points ahead or behind some other player is actually almost insignificant in the rating system, at least to distinguish their relative strength relationship (for a single game, or even a match, previous record between two players, current form and who's playing white/black is typically more important). Hence, being number one would only be important if it stayed like that until an official list, and so my excitement was very controlled and moderate even faced with a possible number one position in the Live Top List for Carlsen. However, I am continously excited that he is currently in the same ballpark as Anand and Kramnik measured in rating. Just being in that area is incredible for a teenager.
The live list has lead to a cooperation with both www.chessdom.com and www.chessvibes.com so far, and that is something I find very nice. Have you seen my column "Measure Up" at chessdom? I hope to be writing more there in the near future.

Sonntag, 6. Juli 2008

Das war Dortmund

Peter Leko hat durch seinen Effizienzsieg - zwei Gewinne (davon immerhin einer gegen den derzeit heißen Iwantschuk) und fünf Remis - für kurze Zeit diejenigen wie mich zum Verstummen gebracht, die forderten, dass er mal nicht zu den Schachtagen eingeladen wird, um ein oder zwei Jahre später motivierter zurückzukommen. Hier sein Chessvibes-Interview.

Jan Gustafsson hat sich trotz der dummen, aber verdienten Weißniederlage gegen Leko bestens verkauft. Zwei schnelle Gewinnpartien, ein paar sichere Remis. Dresden kann kommen! Hier ein Interview auf der Olympiadeseite.

Wassili Iwantschuk stand nach der Klatsche durch Leko bei minus eins, hat sich am Ende aber noch auf plus eins vorgearbeitet, was ihn laut Liverating zwischenzeitlich um einige Zehntelelo auf Rang zwei hinter Anand schiebt.

Schachrijar Mamedscharow spielt eigentlich recht interessantes Schach, aber sehr spektakulär wurde es in Dortmund nicht, sondern ein professionelles plus eins.

Jan Nepomniaschtschi ließ kaum glauben, dass er in der Juliliste nur knapp über 2600 geführt wird. Er blieb wie Leko und Mamedscharow ungeschlagen. Brave Leistung des 17jährigen.

Arkadi Naiditsch setzte die zwei Glanzlichter mit seinen Siegen gegen Kramnik und Van Wely, zeigte dabei auch eine starke Vorbereitung (Chessvibes-Interview) und bestätigte seinen Aufwärtstrend der letzten Monate.

Wladimir Kramnik hat 15 Elopunkte eingeparkt und sich auf Rang sechs der derzeit freilich sehr eng zusammengerückten Liste zurückfallen lassen. Beide Niederlagen gingen ausgerechnet auf das Konto von Russisch, nachdem ihn einige allein dieser vermeintlich unstürmbaren Eröffnung wegen zum WM-Favoriten erklärt hatten.

Loek van Wely war der Prügelknabe. Die Hälfte der zehn entschiedenen Partien ging auf seine Kosten. Ihm gelang schon bei der Russischen Liga im April und kürzlich in Foros wenig, und der Elosturz geht so weit, dass er froh sein darf, kommenden Januar in Wijk aan Zee seinen Platz sicher zu haben.

Carsten Hensel hat weder offizielle Funktion noch kriegt er ein Beraterhonorar, und dass die Schachtage seinen Interessen dienen (Kramnik, Leko, Van Wely, keine Beteiligung am Grand Slam) sei eine "böswillige Unterstellung" hat der Schachblog von Gerd Kolbe, dem Beauftragten der sponsernden Stadt Dortmund für das Traditionsturnier, erfahren.

Freitag, 4. Juli 2008

Spitzenschach auf die Plaza

Im Mai in Sofia spielten die sechs Großmeister in einem schallgeschützten Glaskasten, der in einem Ballsaal aufgebaut war. Dabei kam die Idee auf, nächstes Jahr an einen Ort zu gehen, wo mehr Menschen vorbeikommen. In Bilbao, wo der Glaskasten voriges Jahr schon bei einem Schauturnier verwendet wurde, wird dies im September beim Grand Slam Finale bereits verwirklicht. Auf dem Plaza Nueva (Foto), dem vielleicht schönsten Platz der baskischen Stadt, werden Anand, Carlsen und Co ihre Züge machen. Das wird ein Spektakel!

Macht Gusti den Arkadi?

Dass Jan Gustafsson in Dortmund nicht wegfliegt, war mir nach der Auslosung klar: Viermal Weiß in sieben Runden, seine sichere Spielweise und dass es ihm psychologisch liegt, gegen Elostärkere zu spielen, ließen mich drei bis, wenn er zwischendurch eine gewinnt, dreieinhalb Punkte erwarten. Nun hat er dreieinhalb Punkte bereits zwei Runden vor Schluss und führt vor Peter Leko und Jan Nepomniaschtschi, auf die er beide noch am Samstag und Sonntag trifft. Mit anderen Worten: Wenn Gusti durchhält, kann er den Arkadi machen, will sagen, als Außenseiter Dortmund gewinnen, wie eben Naiditsch 2005 (wobei man fairerweise dazu sagen muss, dass das Feld damals zwei Spieler mehr und auch mehr Klasseleute umfasste).

Der Hamburger profitiert von seinen überlegenen Eröffnungskenntnissen. Naiditsch stand gegen ihn nach zwanzig Zügen platt, Loek van Wely an diesem Freitag sogar schon nach fünfzehn. Dem Niederländer hat Gusti zuletzt in Wijk aan Zee und in Foros noch als Sekundant zur Verfügung gestanden. Die weißen Chancen nach 9.La5!? beurteilten die beiden offenbar unterschiedlich - und Gusti hat zumindest an diesem Tag Recht behalten.

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